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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Dezember 2017 | 10:03 Uhr

Rostock : Nach Vorfall in Moschee: LKA ermittelt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Unerlaubte Versammlung ist aufgelöst. Islamischer Bund und Migrantenrat distanzieren sich von Extremismus.

svz.de von
erstellt am 31.Mai.2016 | 05:00 Uhr

In der Rostocker Moschee in der Erich-Schlesinger-Straße ist es am Freitag während einer nicht genehmigten Versammlung zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung gekommen, die von der Polizei beendet werden musste. „Diese Versammlung wurde nicht von Mitgliedern des Vereins Islamischer Bund Rostock ins Leben gerufen und war deshalb auch nicht rechtmäßig“, sagt Dr. Rubén Cárdenas Carbajal, Geschäftsführer des Rostocker Migrantenrats. So hätte zwar bereits im Vorfeld ein Aufruf zu der Versammlung in der Moschee ausgehangen, die Veranstaltung sei aber ausdrücklich nicht von den Vereinsmitglieder organisiert, umgesetzt oder erlaubt worden.

Laut Landeskriminalamt (LKA) MV handelte es sich bei der Auseinandersetzung nicht um eine Schlägerei, sondern lediglich um eine Fahrlässigkeit, betont Sprecherin Synke Kern. „Es gab eine zwischenmenschliche Auseinandersetzung, die mit einer nicht beabsichtigten Körperverletzung endete“, sagt sie. Die Polizei habe neben einer diesbezüglichen Anzeige auch eine wegen Hausfriedensbruch aufgenommen, da die Räume des Vereins unerlaubt genutzt wurden. Angaben zum genauen Tathergang wolle sie jedoch nicht machen, da die Ermittlungen noch laufen. „Wir haben noch nicht mit allen Beteiligten gesprochen und müssen uns erst ein komplettes Bild machen“, sagt die LKA-Sprecherin. Sie mahnt dazu, die Brisanz des Geschehens nicht überzubewerten, nur weil der Vorfall in einer Moschee stattgefunden habe.

Generell stünden die zuständigen Behörden in gutem Kontakt mit dem ansässigen Verein. Sie gehen davon aus, von den Mitgliedern benachrichtigt zu werden, sofern verdächtige Aktionen oder Mitglieder bekannt würden, so Kern. „Wir gucken schon auf das Geschehen dort, aber als Überwachung kann man das nicht bezeichnen“, erklärt die Sprecherin des LKA.

Dr. Ahmed Maher Fakhouri, der bisher als Vorsitzender des Vereins agierte, wollte sich zu den Geschehnissen nicht äußern. Er soll bereits im April von seinem Amt zurückgetreten sein, die Leitung würden derzeit die anderen Vorstandsmitglieder Ziaul Badar und Fethi Cellik übernehmen, so Migrantenratssprecher Cárdenas.

Wie es mit dem Verein und den anderen Gruppen in der Rostocker Moschee weitergehen soll, darüber wollen sich die Vorstandsmitglieder jetzt zügig Gedanken machen. Der Migrantenrat nimmt dabei eine beratende Funktion ein und unterstützt den Verein dabei, das friedliche Zusammenleben in der Stadt und die Freiheit der Religionsausübung zu garantieren. „Wir distanzieren uns von jeder Art von Fanatismus und Extremismus und wollen verhindern, dass so eine Gruppe die Moschee übernimmt“, sagt Rubén Cárdenas. „Außerdem verurteilen wir die Anwendung von Gewalt gegenüber Andersdenkenden, die in dieser Versammlung ausgeübt wurde“, so der Sprecher des Migrantenrats.

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