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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 10:25 Uhr

Nach Schneechaos stockt MV die Räumflotte auf

vom

svz.de von
erstellt am 22.Okt.2010 | 08:54 Uhr

Schwerin | Der Winter kann kommen: Mecklenburg-Vorpommern zieht Konsequenzen aus dem Schneechaos des vergangenen Jahres und stockt die Flotte der Räumfahrzeuge auf. Für die kommende Wintersaison habe das Land zwei zusätzliche allradgetriebene Lastkraftwagen mit großen Schneeschleudern angeschafft, teilte das Verkehrsministerium in Schwerin mit. Die Maschinen, die Anfang November ausgeliefert werden sollen, seien in der Lage, größere Schneemengen zu beseitigen. Die Fahrzeuge vom Typ Unimog würden an der A 20 in den Autobahnmeistereien Süderholz in Nordvorpommern und an der A 19 in Kavelsdorf stationiert.

Zwei Monate vor dem kalendarischen Winterbeginn sind inzwischen die Streusalzlager wieder aufgefüllt worden. 34 000 Tonnen seien eingelagert worden, teilte Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) mit. Bei größerem Bedarf werde regelmäßig nachgeliefert. "Wir werden so viel Salz streuen wie nötig und so wenig wie möglich. Unser Ziel ist es, für Verkehrssicherheit zu sorgen und gleichzeitig die Alleen zu schonen", sagte Schlotmann. Auch die Kommunen hätten ihre Vorräte aufgefüllt und etwas mehr Streusalz als in den Vorjahren eingekauft, erklärte Arp Fittschen vom Städte- und Gemeindetag. Zudem seien Nachforderungsverträge geschlossen worden, die den Kommunen eine ausreichende Belieferung sichern sollen. Fittschen: "Auf einen durchschnittlichen Winter sind wir gut vorbereitet."

Im vergangenen Jahr waren nach wochenlanger Schnee- und Eiszeit die Streusalzvorräte in einigen Regionen des Landes wie beispielsweise in Rostock knapp geworden. Schwerin hatte nur noch Splitt gestreut, Greifswald Salz-Restbestände mit Kies gestreckt. Auch in den Straßen- und Autobahnmeisterein war Salz knapp geworden. Wegen der hohen Nachfrage kam es bei mehrerer Händlern zu Lieferengpässen. Schnee und überfrierende Nässe hatte die Räumdienste nach Dauereinsätzen an die Belastungsgrenze gebracht. Eiligst herbeigebrachtes Streusalz aus Sizilien konnte die Situation etwas entspannen. Die Schneeräumung sorgte in den Kommunen für zusätzliche Millionenkosten. Der Sturm Daisy hatte im Januar für ein Schneechaos gesorgt und mit teilweise meterhohen Verwehungen selbst die Autobahn 20 unpassierbar gemacht. Trotz allem habe der Winterdienst gut funktioniert, schätzte Schlotmann ein. "Das ist vor allem dem hohen Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der guten Vorbereitung auf den Winterdienst zu verdanken. Auch in diesem Jahr bereiten wir uns sorgfältig auf die Winterperiode vor. Dabei bauen wir auf den Erfahrungen aus dem vergangenen Winter auf." Insgesamt müssen die 700 Straßen- und Autobahnwärter in den 24 Straßen- und sieben Autobahnmeistereien insgesamt 6500 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen sowie 550 Kilometer Autobahnen betreuen.

Die Straßenverwaltungen beugen jetzt vor. In diesem Jahr würden mehr Schneezäune aufgestellt als in den Vorjahren, teilte das Verkehrsministerium mit. Sie würden auf einer Länge von mehr als 100 Kilometer entlang der Straßen aufgebaut. Bislang waren nur an 90 Kilometern Schneezäune gezogen worden.

Indes haben vor allem die Städte und Gemeinden noch immer mit den Spätfolgen des letzten Winters zu kämpfen. Noch immer seien nicht alle Straßen wieder instandgesetzt worden, sagte Fittschen: "Das ist nicht zu schaffen." Es gebe erheblichen Investitionsbedarf. "Das wird uns noch einige Jahre beschäftigen."

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