zur Navigation springen

Überfall auf Prostituierte in Rostock : Nach Racheakt: Komplize verknackt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Als Halil M. zustach, sah er weg – jetzt muss Murat O. für vier Jahre hinter Gitter

Sein Kumpel hat versucht, sie zu töten und er hat einfach weggeschaut: Vier Jahre muss Murat O. nun in den Knast, weil er im Oktober 2013 dabei zusah, wie sein Freund Machmut Halil M. 17-mal auf die Prostituierte Tatjana W. einstach. Gestern wurde vor dem Landgericht Rostock das Urteil gegen ihn gefällt. Kaum hatte der Vorsitzende Richter die Strafe verkündet, brach der Angeklagte in Tränen aus. Dabei hatte die Staatsanwaltschaft eigentlich eine Haftstrafe von zehn Jahren gefordert.

Für das Gericht gab es keine Zweifel, dass sich Murat O. am 9. Oktober 2013 bereit erklärt hatte, mit dem mehrfach vorbestraften Kölner Drogendealer Machmut Halil M. (39), der bereits zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, nach Rostock zu fahren, um angeblich Drogengelder einzutreiben. Murat O. sollte sich bei der Prostituierten Tatjana W. als Freier melden. Arglos öffnete sie ihm die Haustür in der Fritz-Reuter-Straße. Im Keller wartete Machmut Halil M. Er schlich sich später in die Wohnung und stach immer wieder auf Tatjana W. ein, wie die 40-jährige Kroatin als Zeugin vor Gericht beschreibt. Tatjana W. erkannte ihren Peiniger und machte Angaben zu dem angeblichen Freier, der zutiefst erschrocken gewesen sei. Er habe gerufen: „Das habe ich nicht gewusst“, bevor er halbnackt fluchtartig die Wohnung verließ und mit Machmut Halil M. nach Köln zurückfuhr.

Der Angeklagte setzte keinen Notruf ab, obwohl er gesehen hatte, wie brutal Machmut Halil M. immer wieder auf sein Opfer einstach. Dabei hatte er das Telefon in der Hand. Er wollte seine eigene Haut retten, sagte der Vorsitzende Richter. Der Angeklagte hätte nicht damit gerechnet, dass Tatjana W. trotz der schweren Verletzungen auf die Straße kriechen konnte, wo ihr Passanten zu Hilfe kamen. „Das war ein hinterlistiger Überfall, der einer Bestrafungsaktion gleichkam“, so der Richter. Murat O. handelte in Verdeckungsabsicht. Er ist für seine Tat voll verantwortlich.

Dass das Opfer den schweren Überfall überlebte, kam dem 45-Jährigen zugute.Auch dass er nicht der Initiator der Tat war und nicht vorbestraft ist, wurde dem Angeklagten positiv angerechnet. Außerdem erklärte sich Murat O. bereit, Tatjana W. 10 000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Strafverschärfend wirkte sich dagegen aus, dass der Angeklagte maßgeblich an der Tat beteiligt war. Der Haftbefehl bleibt in Vollzug.

 


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen