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Pegida-Ableger Rostock : Nach Protest: Rogida sagt Demo ab

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Veranstalter sprechen von Missverständnis

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erstellt am 06.Jan.2015 | 14:49 Uhr

Rückzug: Die als Spaziergang für kommenden Montag angemeldete Demo „Rostock gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Rogida) soll nun doch nicht stattfinden. Stadtsprecher Ulrich Kunze bestätigt: „Die Veranstalter haben gestern per E-Mail abgesagt.“ Gründe für diesen Schritt würden darin nicht genannt.

Auf der Facebook-Seite von Rogida und Mvgida schreiben deren Betreiber von „Missverständnissen“. Die Mitteilung zur Demo in Rostock sei „ausschließlich durch die Leitmedien bekannt gegeben worden“. Kein Wort zur Anmeldung, die im Dezember schriftlich bei der Stadt eingegangen war.

„Offensichtlich haben die Anmelder am Montag gesehen, wie die Haltung der Rostocker ist“, sagt Andreas Reinke. Der Kreisgeschäftsführer der Linken zählt zu den Organisatoren der beiden zurückliegenden Kundgebungen am Doberaner Platz und am Kröpeliner Tor. 800 Teilnehmer hatten sich dort zu Weltoffenheit und Toleranz bekannt. „Rogida hat hier keine Chance und braucht gar nicht erst zu marschieren“, so Reinke. Er gehe stark davon aus, dass die für den 12. Januar angemeldeten Gegendemonstrationen dennoch stattfinden werden. Unter anderem ist um 17 Uhr ein interreligiöses Friedensgebet von Muslimen, Juden und Christen in der Marienkirche angesetzt, zu dem sich auch der Landesbischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich, angemeldet hat.

Weitere Treffpunkte hatte das Bündnis Rostock nazifrei Am Brink, Kröpeliner Tor und im Friedhofsweg vorgesehen. Ob es dabei bleibt, wollte Sprecherin Anette Niemeyer gestern noch nicht bestätigen. Sie zieht auch ein taktisches Manöver der Rogida-Organisatoren in Betracht: „Ich glaube im Moment gar nichts.“ Die Anmeldungen für Demonstrationen aus dem Pegida-Spektrum für kommenden Montag in Schwerin und Stralsund wurden bislang nicht zurückgezogen. Torben HinzLesen Sie weiter: Der Promi-Aufstand der Anständigen.

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