Flüchtlinge in MV : Nach Hitlergruß: Rostock in Aufruhr

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Rechte protestieren in Groß Klein gegen geflüchtete Minderjährige.

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04. Juni 2016, 05:00 Uhr

Unterstützer und Gegner von geflüchteten minderjährigen Ausländern sind am Donnerstagabend in Groß Klein aufeinandergeprallt. Ihren jeweiligen Spontandemos vor einer lokalen Begegnungsstätte für die Kinder und Jugendlichen waren ausländerfeindliche Kommentare im Internet vorausgegangen.

An diese virtuellen Beschimpfungen knüpften die zirka 40 zumeist alkoholisierten Asylgegner nahtlos an. Erst versuchten sie, die etwa 60 Asylbefürworter zu provozieren, dann zogen mehrere von ihnen durch das Viertel und skandierten verfassungsfeindliche Parolen. Unter anderem sollen sie den Hitlergruß gezeigt und „Sieg Heil“ gerufen haben. „Wir haben diverse Anzeigen aufgenommen“, sagt Polizeisprecherin Dörte Lembke. Und es werde weiteren Hinweisen nachgegangen. „Wir haben da ein Auge drauf“, so Lembke. Das Bündnis „Rostock hilft“ und linke Gruppierungen veranstalteten schon gestern eine erneute Solidaritätskundgebung vor Ort.

„Die Neonazis schüren gezielt Angst mit falschen Aussagen. Flüchtlinge, und gerade die Kinder und minderjährigen Jugendlichen, fallen nicht durch höhere Kriminalität auf“, sagt Ralf Mucha, der für die SPD im Landtag sitzt, dem Ortsbeirat Lichtenhagen vorsteht und am Donnerstag selbst vor Ort war. Im Internet hätten die Asylgegner angebliche Übergriffe und Hasspredigten angeführt. Rathaussprecher Ulrich Kunze sagt: „Störungen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit sind nicht zu tolerieren.“ Schon Ende Januar hatten 20 Asylkritiker und 220 Gegendemonstranten vor einer damals noch leer stehenden Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der Möllner Straße protestiert.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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