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Nach der Wahl: Jetzt dreht sich das Senatoren-Karussell

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erstellt am 06.Feb.2012 | 08:17 Uhr

Rostock | Nachdem Roland Methling (parteilos) für weitere sieben Jahre auf Platz des Verwaltungschefs der Hansestadt Rostock gewählt wurde, könnte nun Bewegung auf die Senatorenbank kommen. Denn hinter den Kulissen feilen die großen Fraktionen der Bürgerschaft schon länger an einem neuen Zuschnitt der Senatsbereiche und einem möglichen Personalwechsel.

"Wir wollen eine Neustrukturierung zeitnah gemeinsam mit den anderen Fraktionen angehen", sagt Eva-Maria Kröger, Vorsitzende der Linken in der Bürgerschafts. Aus ihrer Sicht ist einer der vier Senatsbereiche überladen. "Der Senatsbereich 3 umfasst Jugend und Soziales, Gesundheit, Schule, Sport, und Kultur. Das ist kaum von einer Person zu bewältigen", sagt Kröger. Momentan leitet die SPD-Senatorin Dr. Liane Melzer diesen Bereich allein. Bei einer möglichen Neustrukturierung könnte ihr Bereich aufgeteilt werden. Eine aussichtsreiche Kandidatin für das Sozialressort dürfte dabei bei den Linken selbst zu finden sein. Sie hatten im OB-Wahlkampf mit Kerstin Liebich eine erfahrene Sozialpolitikerin präsentiert. "In den Bereichen Jugend, Soziales und Kultur liegt einiges brach", hatte Liebich am Sonntagabend nach der verlorenen Wahl gesagt und sich damit selbst in Position gebracht. CDU-Fraktionschef Prof. Dieter Neßelmann betont: "Bei diesen Entscheidungen sollten allerdings keine Personalfragen sondern die Strukturen im Mittelpunkt stehen."

Wie es mit dem CDU-geführten Senatsbereich weitergeht, ist auch offen. Die siebenjährige Amtszeit von Georg Scholze, der das Ressort Finanzen, Verwaltung und Ordnung verantwortet und 1. Stellvertreter des Oberbürgermeisters ist, endet im Juli 2013. Allerdings ist Scholze schon seit Monaten krank, über den Zeitpunkt einer Rückkehr ins Rathaus ist nichts bekannt.

Vor Scholzes Krankheit hatte Methling wichtige Bereiche wie das Amt für Management und Contolling aus der Verantwortung des Senators zu sich gezogen. Ein Umstand, der damals auf Widerstand und auch jetzt wieder auf Kritik der Fraktionen stieß. "Bei dem Auseinanderdriften von Controlling und der Kämmerei ist aus unserer Sicht eine Korrektur erforderlich", sagt Neßelmann. Auch die Chefin der Linksfraktion, Kröger, sagt: "Wir wollen darüber reden, wie diese Aufgaben in Zukunft wieder auf breitere Schultern verteilt werden können." Eine neue Struktur müsse aber gemeinsam mit den anderen Fraktionen und dem OB diskutiert werden. Für mehrheitliche Personalentscheidungen müsste auch die SPD-Fraktion mitziehen. Deren Vorsitzender Dr. Steffen Wandschneider hält sich jedoch bedeckt. "Mögliche Änderungen bei den Senatoren möchte ich nicht kommentieren", sagt er.

Bei allen Plänen der Parteien sieht das Rathaus Methling in der Kompetenz: "Die Übertragung eines angemessenen Aufgabenbereiches für Senatoren erfolgt durch den OB mit Zustimmung der Bürgerschaft", heißt es aus der Verwaltung.

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