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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 08:10 Uhr

Kreuzfahrt : Nach der Saison ist vor der Saison

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Es beginnt mit zwei Neulingen. Dienstleister stehen 2015 wieder vor etwa gleich großen Aufgaben.

svz.de von
erstellt am 22.Okt.2014 | 17:00 Uhr

Als vergangenen Sonnabendabend der 1966 in Wismar gebaute Oldtimer „Marco Polo“ (ex „Alexander Puschkin“) in Warnemünde wieder die Leinen losmachte, konnten auch die Rostocker Dienstleister von Sartori & Berger (S + B) den Schlussstrich unter die Kreuzfahrtsaison 2014 ziehen. 159 Anläufe hatte die heimische Niederlassung der Kieler Schifffahrtsfirma in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr zu betreuen, davon allein rund 140 in Rostock.

„Es war anstrengend, aber wieder erfolgreich“, resümierte der Rostocker S+B-Niederlassungsleiter Jens Benedix (34). Seine mit Azubis elf Leute umfassende Schiffsmakler-Crew und auch die Stauerei von S+B hatten alle Hände voll zu tun.

Eine besondere Herausforderung bildeten in Warnemünde die einige Male nahezu gleichzeitig anstehenden Passagierwechsel von Aida und Costa. Da wurde es eng am Terminal und an den Vorstellflächen. Zudem waren Schiffsriesen wie die „Royal Princess“ – in ihrer Größenordnung einer Kleinstadt gleich – zu bedienen, etliche Vorkehrungen zu treffen. Von der Proviantierung bis zur Ausrüstung, vom zu organisierenden Zahnarztbesuch bis hin zum seeseitigen Austausch der Rettungsanlagen waren von Dienstleistern vielfältige Wünsche der Reedereien und ihrer Gäste zu erfüllen.

Während jetzt die Nacharbeiten im Gange sind, die letzten Abrechnungen erfolgen und erörtert wird, was noch verbessert werden kann, hat die Vorbereitung der nächsten Jahre längst begonnen. Nach der Saison ist für die Makler zugleich vor der Saison.

Für 2015 sind mit den Reedern fast alle Anläufe fest vereinbart. Versteht sich, schließlich werben die Kataloge auch schon für Reisen in der neuen Saison. Jens Benedix rechnet im nächsten Jahr mit etwa der gleichen Anzahl der Schiffe, die hierzulande zu betreuen sind, also wieder mit mehr als 150 Anläufen. Für seine Leute beginnt die Saison 2015 am 5. Mai gleich mit dem Doppelanlauf von zwei Neulingen im Revier – das sind die „Celebrity Silhouette“ und die „Regal Princess“. Letztere ist ein Schwesterschiff der „Royal Princess“. Mit ihren imposanten Ausmaßen von 330 Meter Länge und 38,40 Meter Breite stieß der größte Cruiser der diesjährigen Saison nahezu an die Grenzen der nautischen Möglichkeiten im Revier. Die bei Ficantieri in Italien gebaute Schwester „Regal Princess“ war im Mai dieses Jahres in Dienst gestellt worden. Die 315 Meter lange und 36,80 Meter breite „Celebrity Silhouette“ wurde 2011 auf der Meyer Werft in Papenburg gebaut. Bis zu 3560 beziehungsweise 2886 Passagiere finden auf den beiden Schiffsriesen Platz.

Die Passagierzahlen werden so auch 2015 kaum zurückgehen. Es wird weitere Neulinge wie „Costa Favalosa“ und „MSC Sinfonia“ geben und auch etliche alte Bekannte haben sich angesagt. Aida Cruises bringt in Warnemünde „Aidamar“ und „Aidadiva“ zum Einsatz. Die Hamburg America Line kommt mit „Eurodam“, „Prinsendam“ und „Rotterdam“. NCL bringt „Norwegian Star“ und für Cunard gibt wieder die „Queen Elizabeth“ in Warnemünde ein königliches Stelldichein. Diese Schiffe werden allerdings wieder für HC Roewer von Baltimar-Maklern bedient, die insgesamt etwa 45 Anläufe in MV zu betreuen haben, wie Baltimar-Prokurist Gunnar Lüdemann bestätigt.

Allein das Rostocker Revier steuern so bis Mitte Oktober voraussichtlich 36 Schiffe zu rund 180 Anläufen an, wie Warnemünder Tourismus-Informationen zu entnehmen ist. Dazu kommen möglicherweise noch wetterbedingte Zugänge.

Wismar wird voraussichtlich wieder einige Male von der spanischen „Empress“ angesteuert. Die Seebrücken auf Rügen und Usedom werden wieder Anlaufpunkte für Cruiser wie „Europa II“ und „Amadea“ sein. In Sassnitz wird unter anderem die „Saga Saphire“ erwartet. Stralsund muss sich 2015 mit Flusskreuzern begnügen.

Auch das Jahr 2016 haben die Schiffsmakler von Sartori & Berger und Baltimar schon im Blick. Ein Großteil der Anmeldungen liegt auch dafür bereits vor. Die Reedereien planen schließlich langfristig ihre Reiseprogramme und geben frühzeitig die Kataloge in Druck.

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