Rostock : Nach Brand: Polizei ermittelt

Kalksandstein und Wärmedämmplatten verhinderten noch Schlimmeres – die Außenschäden entstanden vor allem am Dachstuhl und der Fassade, innen war das Wasser schuld.
Foto:
1 von 1
Kalksandstein und Wärmedämmplatten verhinderten noch Schlimmeres – die Außenschäden entstanden vor allem am Dachstuhl und der Fassade, innen war das Wasser schuld.

Bewohner müssen Haus in Brinckmansdorf räumen

von
03. Januar 2018, 05:00 Uhr

Den ersten Schock über den Silvesterbrand an ihrem Haus im Erich-Venzmer-Weg hatten die Bewohner gestern halbwegs verdaut. Doch an Neujahr „hätte ich den ganzen Tag heulen können“, sagt eine von ihnen, während sie ihre Wohnung ausräumt. Auf unbestimmte Zeit müssen sie und ihre fünf Nachbarparteien nun in Hotels oder andere Häuser ziehen. Dafür kommt die Versicherung auf, erklärt die Bewohnerin. Im Treppenhaus herrscht unterdessen reger Betrieb – das oberste Stockwerk wird von einer Firma beräumt. Die Wohnungen dort haben jede Menge Löschwasser abbekommen, als die Feuerwehr zum brennenden Dachstuhl vordrang.

Wie lange die Sanierung dauern wird, steht laut Hausverwaltungsfirma Dasenbrook noch nicht fest. „Das liegt jetzt alles bei der Versicherung“, erklärt ein Mitarbeiter. Zudem müssten sich die verschiedenen Wohnungseigentümer erst über das weitere Vorgehen einig werden. Eins sollten sie dabei auf jeden Fall beachten, rät der Statiker des Hauses, der sich gestern aus persönlichem Interesse ein Bild vor Ort machte: „Die Lehre lautet, Müllcontainer nicht direkt neben der Hausfassade unterzubringen.“ Von diesem Brandherd waren die Flammen auf das Gebäude übergesprungen.

 

Den Schaden schätzte der Brandsachverständige schon am Folgetag auf rund 250 000 Euro plus 6000 Euro an einem Skoda, der neben dem Verschlag parkte. Frei zugänglich seien die Mülltonnen nicht gewesen, erklärt Polizeisprecherin Yvonne Hanske. „Wir führen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung“, sagt sie. Ersten Erkenntnissen zufolge sei vermutlich kein Feuerwerkskörper an dem Unglück schuld. Vielmehr deute unter anderem der Umstand, dass der Verschlag nur mit einem Schlüssel zugänglich gewesen sei, darauf hin, dass einer der Schlüsselinhaber einen noch heißen Gegenstand weggeschmissen haben könnte. „Aktuell laufen Befragungen mit allen, die Zugang hatten“, so Hanske, die aber zugleich vor voreiligen Schlüssen warnt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen