Bundesagentur für Arbeit will Papierdokumente digitalisieren : MV schafft 1,13 Millionen Akten ab

Sowas wird es schon bald nicht mehr geben. dpa
Sowas wird es schon bald nicht mehr geben. dpa

In den kommenden Monaten will die Bundesagentur für Arbeit (BA) die Papierakte abschaffen. Für MV bedeutet dies das Ende für derzeit 1,13 Millionen Kundenakten. In Zukunft sollen alle Akten digital angelegt werden.

svz.de von
13. Juli 2012, 09:54 Uhr

Schwerin | In den kommenden Monaten will die Bundesagentur für Arbeit (BA) flächendeckend die Papierakte abschaffen. Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet dies das Ende für derzeit 1,13 Millionen Kundenakten mit insgesamt 123 Millionen Papierdokumenten. In Zukunft sollen alle Akten digital angelegt werden. Mit der Umstellung erhofft sich die Bundesagentur Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe. Schnellere Zugriffe, die unabhängig vom Standort erfolgen können sollen zudem die Arbeit der Mitarbeiter erleichtern.

Nach der erfolgreichen Umstellung in Sachsen und Sachsen-Anhalt sollen in einem Dreistufenplan alle anderen Agenturen nachziehen. Für Mecklenburg-Vorpommern geht es ab dem 2. November los. "Bereits existierende Papierakten werden jedoch nur dann eingescannt, wenn ein Vorgang aus der Akte aktuell bearbeitet werden muss", so Horst Schmitt, Sprecher der Bundesagentur für Arbeit Nord. So werden einige Akten weiterhin in Papierform aufbewahrt, die allerdings nach der Archivierungsfrist von fünf Jahren vernichtet werden. Das tägliche Postaufkommen in MV beträgt mehr als 26 000 Dokumente. Mit der Umstellung soll zudem die Aktensuche und der Verlust von Daten vermindert werden und ein Großteil der Post- und Aktentransporte wegfallen. Wie hoch die einzelnen Einsparungen in MV sind, ist nicht bekannt. Von der Umstellung sind 1300 Mitarbeiter im Land betroffen. In eintägigen Schulungen und mit Hilfe von Trainingseinheiten am Computer sollen sie ab August auf die elektronischen Akten vorbereitet werden. Eingescannt werden die Akten von Mitarbeitern der Deutschen Post im Scanzentrum Hamburg. Dies hatte bereits beim Start des Pilotprojekts für Unmut bei den Arbeitslosen gesorgt. So kritisierte unter anderem das Erwerbslosen Forum Deutschland, dass der Schutz vor Missbrauch bei dem Verfahren nicht gewährleistet sei. Die BA widerspricht dem und weist darauf hin, dass alle Postmitarbeiter zur Geheimhaltung verpflichtet seien. Das Projekt wurde zudem vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert. Der Datenschutz sei damit gewährleistet.

Auch die Jobcenter, die für Hartz-IV-Empfänger zuständig sind, sollen zukünftig mit der elektronischen Akte arbeiten. Einen Zeitraum für die Umstellung gibt es allerdings noch nicht. "Wir streben eine bundeseinheitliche Regelung an", so Schmitt. Ein einheitliches Ergebnis würde allerdings noch ausstehen. Die Akten von Hartz-IV-Empfängern seien deutlich umfangreicher als die der Arbeitslosengeld-I-Empfänger.

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