Naturvergnügen : MV öffnet seine schönsten Gärten

Mit Pflanzen kennen sich Pastorin Ulrike Dietrich (l.) und Botanikerin Dr. Gisela Steinhagen-Schneider aus und öffneten den Pfarrgarten in Rethwisch für alle Gartenfreunde.
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Mit Pflanzen kennen sich Pastorin Ulrike Dietrich (l.) und Botanikerin Dr. Gisela Steinhagen-Schneider aus und öffneten den Pfarrgarten in Rethwisch für alle Gartenfreunde.

Pfarrgarten der Kirchengemeinde Rethwisch von 17 Pastoren geprägt. Einnahmen sollen Turm finanzieren.

svz.de von
12. Juni 2016, 21:45 Uhr

Gärten versprechen einen hohen Freizeitfaktor und deshalb wird die heimische Wohlfühloase bei manchen Gartenbesitzern im Laufe der Jahre zum Garten Eden. Der Verein Offene Gärten in MV wurde im Dezember 2015 gegründet und organisiert einmal im Jahr den Blick hinter andere Gartenzäune.

Dabei treten die Schaugärten in den Mittelpunkt der Gartentouristen, die auch am Sonnabend in ganz Mecklenburg unterwegs waren, um sich von der Kreativität Gleichgesinnter inspirieren zu lassen. Von einer Feldsteinmauer umgeben und eingebettet in die Conventer Niederung, ist der alte Pfarrgarten der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Rethwisch ein Blick hinter die Kulissen wert. Alte Obstbäume, Rosen und Buchsbaumhecken machen den Charme des historischen Pfarrgartens aus. Die unterschiedlichen Gartenräume wurden geprägt vom grünen Daumen vergangener 16 Pastoren-Generationen. „Ich habe mich ebenfalls betätigt und mit Buxbaum umrandete Rosenbeete gepflanzt“, sagt Pastorin Ulrike Dietrich, die an beiden Tagen und bei idealen Wetterbedingungen mit vielen Besuchern rechnete. Besonders stolz ist sie auf die Weinstöcke und die alten schmackhaften Apfelsorten Minister von Hammerstein und Gravensteiner. Die Gäste durften sich auch auf die Kuchenkreationen der Gemeindemitglieder freuen. Gemeindemitglied und Botanikerin Dr. Gisela Steinhagen-Schneider verkaufte ihre mit Leidenschaft gezüchteten Stauden, Kräuter, Sträucher und Rosen. Der Erlös geht in die Sanierung des Kirchturms der Rethwischer Dorfkirche. So wanderte manches Pflänzchen gemeinsam mit den Gartentouristen von einem Garten zum anderen. „Viele haben sich eine Route zusammengestellt und kommen sogar aus Güstrow oder Schwerin zu uns“, so die Pastorin. Zum reetgedeckten Dreiseitenhof aus dem Jahre 1705 gehören neben Pfarrhaus und Mosterei auch ein denkmalgeschütztes Backhaus, welches zur Wander- und Pilgerherberge umgebaut werden soll. Dazu fehlen allerdings noch die finanziellen Mittel. Im Obergeschoss sollen zehn Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen werden. Im Erdgeschoss sollen Sanitärräume und die Küche untergebracht werden. Der Lehmbackofen des Backhauses wurde bereits vor einigen Jahren wiederhergestellt und regelmäßig genutzt. Im Jahre 2009 öffnete eine kleine Mosterei ihre Türen. Hier werden nicht nur die Früchte des Pfarrgartens verarbeitet. Nach vorheriger Terminvereinbarung wird auch aus mitgebrachtem Obst eigener Saft gepresst.

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