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Norddeutsche Neueste Nachrichten

12. Dezember 2017 | 20:39 Uhr

MV holt 30 Millionen Euro Steuern im Ausland

vom

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2012 | 08:19 Uhr

Neubrandenburg | Etwa 30 Millionen Euro hat das Neubrandenburger Finanzamt bisher an Steuern im Ausland von Senioren mit deutscher Rente eingenommen, sagte gestern der zuständige Referent im Schweriner Finanzministerium, Zbigniew Kalurzynski, im Gespräch mit unserer Redaktion. Seit drei Jahren ist die Finanzbehörde der Viertorestadt für alle Steuerpflichtigen zuständig, die eine deutsche Rente beziehen und außerhalb der Bundesrepublik leben. Auf diese Zentralzuständigkeit hatten sich die Bundesländer 2008 geeinigt. Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet diese Entscheidung auch 238 zusätzliche Arbeitsplätze, deren Kosten von den anderen Ländern mitgetragen werden.

In den vergangenen eineinhalb Jahren hat das Finanzamt Neubrandenburg mit seinen Außenstellen in Pasewalk, Malchin und Greifswald 300 000 Briefe in alle Welt verschickt. Empfänger sind nicht nur Deutsche im Ausland, sondern auch ausländische Arbeitnehmer, die befristet in Deutschland lebten und arbeiteten und damit Rentenansprüche erworben haben. Die weltweit verschickten Aufforderungen zur Abgabe von deutschen Einkommensteuererklärungen betreffend die Jahre 2005, 2006, 2007, 2008 und 2009.

"Die Zahlungsbereitschaft ist allgemein groß", berichtete Finanzexperte Kalurzynski. Doch auch Zwangsmaßnahmen gegenüber Verweigerern seien mit Hilfe der örtlichen Behörden im Ausland möglich.

2,7 Millionen Menschen gibt es weltweit, die eine deutsche Rente beziehen. Doch längst nicht alle Auslandsrentner bekommen Post aus Neubrandenburg. Wer in einem Staat lebt, mit dem die Bundesrepublik ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen hat, muss nicht zahlen, wenn damit Deutschland die Rentenbezüge nicht zustehen, erklärt Kalurzynski. Das sind Länder wie Spanien, Portugal und die USA. Zahlen müssen dagegen beispielsweise etwa 100 000 Auslandsrentner in Österreich, 76 000 in Kanada, 70 000 in Kroatien, 55 000 in den Niederlanden, 6500 in Südafrika und 3270 in Polen.

Vor der Forderung müssen allerdings in Neubrandenburg die Daten der Steuerpflichtigen mit Hilfe der deutschen Rentenversicherungsträger erfasst werden.

Vorerst bis 2013 ist die Viertorestadt für die Auslandsrentner zuständig. Dann wird entschieden, ob der Vertrag verlängert wird.

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