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Norddeutsche Neueste Nachrichten

16. Dezember 2017 | 14:11 Uhr

Wirtschaft : MV-Firmen legen bei Kuba-Geschäften zu

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Wert der Ausfuhren steigt drastisch um 82 Prozent.

von
erstellt am 10.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Die im Dezember 2014 begonnene wirtschaftliche Öffnung Kubas zeigt auch in Rostock und MV Wirkung. 2015 sind die Exporte auf die Castro-Insel gegenüber dem Vorjahr um 82 Prozent auf 38 Millionen Euro gestiegen, erklärt Jens Rademacher, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock. Das sei noch einmal deutlich mehr als in Gesamtdeutschland, wo die Steigerung bei 35 Prozent und der Gesamtwert bei 258 Millionen Euro lagen.

Dennoch verdeutlichte der Wirtschaftstag Kuba von IHK, Lateinamerika Verein und Tagungsort Kunsthalle Rostock gestern, dass der Einstieg in den kubanischen Markt mit etlichen Hürden versehen ist. „Bisher gibt es nur 15 Niederlassungen deutscher Unternehmen“, sagt Peter Buerstedde von Germany Trade and Invest, dem deutschlandweiten Equivalent von Invest in MV. Und die werden vornehmlich von Großkonzernen wie Siemens, MAN oder Zeiss als Joint Venture mit kubanischer Beteiligung betrieben. Es brauche vor allem Ausdauer und Vertrauen, so Buerstedde: „Kuba ist ein schwieriger Markt.“

Trotzdem sei gerade jetzt ein guter Zeitpunkt, um einzusteigen. Denn die Öffnung bringe mehr Devisen und damit Geld für Geschäfte mit ausländischen Unternehmen ins Land. Zudem rechnet Buerstedde damit, dass das US-Embargo spätestens zwei Jahre nach den Präsidentschaftswahlen im November fällt. Dann werde die Konkurrenz stark zunehmen. Aktuell bestünden in den Bereichen Umwelttechnik, Tourismus, Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion gute Investitionschancen. Bis 2030 sieht der kubanische Wirtschaftsplan 108 000 zusätzliche Betten vor, in der Zuckerindustrie sollen Biogasanlagen installiert und die Abfallentsorgung in vier großen Städten revolutioniert werden.

Auch Miguel Milián Toledo von der kubanischen Botschaft in Berlin wirbt um deutsche Investitionen. „Dafür wurden einige Gesetze geändert und gelockert“, sagt er. Außerdem hat seine Regierung die Sonderwirtschaftszone Mariel installiert, in der ausländische Geldgeber in 326 Projekte im Wert von acht Milliarden Dollar investieren können. „Deutschland kann Kuba sehr bei nachhaltigen Energien helfen“, sagt Milián. Zudem kämen aus der Bundesrepublik nach Kanada die meisten Touristen nach Kuba.

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