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Prozessauftakt Rostock : Mutmaßliche Täter lehnen Geständnis ab

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Prozessauftakt wegen Erpressung im Landgericht

Die Rostocker Christian H. (39) und Felix B. (30) müssen sich seit heute vor dem Landgericht Rostock verantworten – wegen gemeinschaftlich begangener besonders schwerer räuberischer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung.

Sie sollen am Nachmittag des 22. November 2016 einen Mann aus Lütten Klein, der sich auf dem Nachhauseweg in der Helsinkier Straße befand, mit einem Messer bedroht und von ihm verlangt haben, sich mit ihnen in die Wohnung des Felix B. in der Helsinkier Straße 91 zu begeben. „Wir stechen Dich ab, wenn Du nicht mitkommst“, hieß es. Aus lauter Angst ging das Opfer mit.

Mit den Worten „Dich müsste man eigentlich aus dem Fenster werfen und Dir die Fresse einschlagen“, forderten sie von ihrem Opfer die Herausgabe von zwei Power Banks, zwei Arbeitsmessern und einem Handy. B. habe den Geschädigten mit Füßen getreten und ihm eine Schusswaffe an den Kopf gehalten, heißt es in der Anklageschrift. Um seine Drohungen noch zu bekräftigen, hätte er mehrmals im Zimmer um sich geschossen. Christian H. forderte dann die Herausgabe der Brieftasche. Dabei zog er seine Schusswaffe aus dem Hosenbund.

Unter diesen massiven Bedrohungen war der Geschädigte bereit, mit dem Angeklagten H. zur Filiale der Ostseesparkasse in Lütten Klein zu gehen und ihm seinen Kontostand zu zeigen. Er wurde gezwungen, seine letzen 50 Euro abzuheben und dem Angeklagten zu übergeben. In der Wohnung des Felix B. wurde ihm danach die Unterschrift unter ein Schuldanerkenntnis abgenötigt. Das Opfer wurde von den Angeklagten erst gegen 18.50 aus der Wohnung entlassen. Sie behielten mehrere Power Banks, eine schwarze Bluetooth-Box und zwei Arbeitsmesser da. „Wenn Du zur Polizei gehst, wirst Du umgebracht“, hieß es zum Abschied. „Bei uns im Haus wohnt ein Russe, der macht das für 500 Euro.“

Der Staatsanwalt hatte noch eine Anklage nachgereicht. Bereits am 8. September 2016 sollen Christian H. und Felix B. ihrem Opfer in der Helsinkier Straße aufgelauert haben. Christian H. näherte sich mit einem Moped von hinten, während Felix B. mit einer deutlich im Hosenbund steckenden Waffe auf den jungen Mann zulief. Wieder hätten sie Geld gefordert und seine Brieftasche mit EC-Karte und Ausweis an sich genommen. Beide Angeklagten sitzen seit Dezember in Untersuchungshaft. Ein von B’s Verteidiger angeregtes Verständigungsgespräch mit allen Gerichtsbeteiligten war gestern nach einem fast dreistündigen Verhandlungsmarathon geplatzt. Beide Angeklagten lehnten eine Verständigung über geringere Strafen für umfassende Geständnisse ab. Für Christian H. ging es um ein Strafmaß von fünfeinhalb Jahren und für Felix B. um eine Strafe zwischen drei und vier Jahren. Felix B. gab an, keine Schusswaffe eingesetzt zu haben, außerdem sei er nicht vorbestraft. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

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