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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. Dezember 2017 | 13:11 Uhr

Rostock : Musik und Tanz zur Osternacht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Philharmonie, Opernchor und Compagnie erarbeiten gemeinsam ein Programm zu Joseph Haydns „Stabat mater“

von
erstellt am 17.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Durch die altehrwürdigen Wände dringt das dumpfe Brummen von der Baustelle herein. Bald aber wird der Arbeitslärm von den schönsten Gesängen überdeckt. In der Nikolaikirche probt der Opernchor des Volkstheaters für die Aufführung von Joseph Haydns „Stabat mater“. In der Osternacht soll das barocke Werk erklingen. Dazu spielen die Musiker der Norddeutschen Philharmonie. Die Tanzcompagnie wird das Klagen der Maria am Kreuz Jesu, die Dramatik der Trauer einer Mutter um ihren Sohn, in Bewegung umsetzen.

Auf gleich zwei Dirigenten muss der Chor an diesem Morgen achten. Stefan Bilz gibt das Zeichen für den Gesangseinsatz, Katja Taranu zeigt an, wie sich die Sänger durch den Kirchenraum bewegen sollen. Dabei tragen die Männer und Frauen brennende Kerzen in der Hand. Es ist nicht leicht, auf alles gleichzeitig zu achten – schon gar nicht, wenn es die erste Stellprobe ist und der Chorleiter immer wieder hinter einer der Säulen nicht zu sehen ist. „Momentan haben wir mit einer Reihe von Erkrankungen zu kämpfen“, sagt Stefan Bilz. Die Stimmgruppe des ersten Tenors ist komplett ausgefallen. „So etwas habe ich noch nie erlebt", so der Chorleiter. „Das zeigt wirklich, dass wir personell keine Pufferzone haben.“

Nach und nach treffen auch die Tänzer in der Kirche ein und machen sich für ihre Probe warm. Dazu werden zwei große Metalltreppen vor den Altarraum geschoben. Chefchoreografin Katja Taranu klettert selbst das Gerüst empor, um letzte Absprachen mit den Tänzern zu treffen. „Ich stehe auf der Vier, David auf der Sieben“, gibt sie die Position auf den Stufen an. Die Idee zur musikalisch-tänzerischen Osternacht hat die Leiterin der Compagnie eingebracht – und dafür gleich Mitstreiter gefunden. Zeitgleich probt die Norddeutsche Philharmonie im Haus der Musik. „Ich habe persönlich eine große Vorliebe für Stabat mater“, sagt Dirigent Manfred Hermann Lehner. Davon gebe es unendliche viele Fassungen. Die jetzt ausgewählte von Joseph Haydn setzt er selbst zum ersten Mal um. „Das ist unglaublich schöne Musik“, schwärmt der 1. Kapellmeister. Sie habe eine besondere Dramatik. Diese in Tanz umzusetzen, sei darum ein folgerichtiger Schritt, findet Lehner. Heute werden die Philharmoniker und Gesangssolisten dann auch in der Kirche proben, bevor am Sonnabend um 21 Uhr die Osternacht mit Haydns „Stabat mater“ das Publikum erfreuen soll.

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