Warnemünde : „Munchs Dämonen“ werden bejubelt

Anstoßen auf eine erfolgreiche Premiere: Die künstlerische Leiterin des Warnemünder Munch-Hauses, Petra Schmidt-Dreyblatt, freut sich mit Regisseur und Drehbuch-Autor Wilfried Hauke über das Besucherinteresse an der Dokumentation über den norwegischen Maler.
Anstoßen auf eine erfolgreiche Premiere: Die künstlerische Leiterin des Warnemünder Munch-Hauses, Petra Schmidt-Dreyblatt, freut sich mit Regisseur und Drehbuch-Autor Wilfried Hauke über das Besucherinteresse an der Dokumentation über den norwegischen Maler.

100 Zuschauer sehen sich in Warnemünde eine besondere Dokumentation über den norwegischen Maler an / Gestern TV-Erstausstrahlung

svz.de von
16. Dezember 2013, 10:00 Uhr

Noch während der Abspann läuft, bleiben die rund 100 Zuschauer gebannt auf ihren Stühlen sitzen. Sie haben gerade Dr. Wilfried Haukes Dokumentation ,,Munchs Dämonen“ gesehen. Zwei Tage vor der Erstausstrahlung im Fernsehen hat der Regisseur und Produzent seinen Film am Freitagabend im Warnemünder Munch-Haus vorgestellt.

Erfreut über den Applaus seiner Zuschauer plauderte der 56-jährige Kieler über seine Arbeitsweise und die Umsetzung des Themas, das aus einer gemeinsamen Idee mit dem Fernsehsender Arte entstand. Im Vorfeld waren bereits zwei Künstler-Dokumentationen über Emil Nolde und Paula Modersohn-Becker gemeinsam produziert worden. Wilfried Hauke sollte deshalb die Trilogie über den mit Dramatik behafteten Maler Edvard Munch vervollständigen. In 18 Monaten entstand eine Film-Biografie, die die Wandlungsphasen Edvard Munchs von der Kindheit bis zum Tod in eindrucksvollen Bildern schildert.

Neben Landschaftsaufnahmen an den Wirkungsstätten des Künstlers in Norwegen, Original-Filmaufnahmen aus den 1920er-Jahren und Einblendungen seiner Gemälde rückte der im Jahre 1944 verstorbene Maler für den Zuschauer in greifbare Nähe. Nicht ohne den Einsatz von Schauspielern, die unterschiedliche Lebenssituationen Edvard Munchs nach historischen Recherchen darstellten. Die Traurigkeit der Lebensumstände rückte vorrübergehend in den Hintergrund und zeigte die Geschäftstüchtigkeit eines raffinierten Selbstdarstellers zwischen seelischer Dysbalance und Kreativität. Hierzu liefert der Regisseur seinem Publikum viele Hintergrundinformationen.

Wilfried Hauke wurde von der Biografie Munchs und der Ausstellung „Der moderne Blick“ inspiriert, studierte ursprünglich Germanistik, Skandinavistik und Philosophie, bevor er 1991 mit einem Buch über Theaterliteratur in Skandinavien promovierte. Er ließ die Filmmusik für sein Munch-Projekt von dem Profimusiker und Film-Komponisten George Kochbeck schreiben. Neben Musik für Fernsehserien, beispielsweise „Tatort“ oder „Soko Leipzig“, hat sich George Kochbeck bei zahlreichen Dokumentationen einen Namen gemacht.

Da Edvard Munch in den letzten Jahren selbst gerne Filme drehte und fotografierte, hätte ihn sein Fernsehdebüt im 21. Jahrhundert sicherlich erfreut. ,,Eigentlich ist dieser Film ein Bild, das ich mir selbst von dem Maler gemacht habe, und kein Porträt über Munch“, sagt der Regisseur, der sich selbst nicht als Kunsthistoriker sieht.

Alte Fotografien von Klinikaufenthalten und Zitate des Malers unterstreichen das Lebenswerk in Bild und Ton.

Edvard Munch wäre am 12. Dezember 150 Jahre alt geworden. Die Atelierszenen wurden in Kiel gedreht und dort trafen sich – pünktlich zum Ehrentag – alle Mitarbeiter zur Premiere. Gestern Nachmittag konnten dann alle Interessierten den Film auch im Fernsehen anschauen.

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