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21. September 2017 | 19:37 Uhr

FC Hansa Rostock : Müller versteht das Murren der Fans

vom

Der Keeper des FC Hansa Rostock Kevin Müller wirkt nicht gerade glücklich. So sicher die Mannschaft hinten steht, so durchschlagslos agiert sie im Vorwärtsgang.

svz.de von
erstellt am 08.Nov.2011 | 07:11 Uhr

Rostock | Lediglich 15 Gegentreffer kassierte der FC Hansa Rostock in den bisherigen 14 Partien der 2. Fußball-Bundesliga - ein Topwert. Genauso oft landete die Kugel beispielsweise im Kasten von Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf. Und bei insgesamt zwölf Teams zappelte der Ball häufiger im eigenen Netz. FCH-Keeper Kevin Müller, der bereits sechsmal zu null spielte, wirkt trotzdem nicht rundherum glücklich. Denn so sicher die Ostseestädter hinten stehen, so bieder und durchschlagslos agieren sie im Vorwärtsgang, erzielten erst acht Tore (gemeinsam mit Aachen Minuswert der Liga - Düsseldorf traf bereits 36-mal). "Es ist schon eine gewisse Verunsicherung zu spüren. Sie ist sicherlich unserer momentanen Situation geschuldet. Wir hätten beim FSV Frankfurt einen großen Schritt machen können. Leider ist uns das nicht gelungen", sagt der 20-Jährige, der seit diesem Sommer die Nummer eins im Tor der Hanseaten ist und Aufstiegskeeper Jörg Hahnel ablöste.

Der Schlussmann gewährt rückwirkend einen kleinen Einblick in die Gedanken eines Spielers vor und während eines solch wichtigen Duells wie am Sonntag in Frankfurt (0:0), bei einem Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. "Man kennt natürlich die besondere Tabellenkonstellation. Duisburg hat gleichzeitig in Aachen gespielt. Es war schon ein gewisser Druck da. Wir wollten unbedingt gewinnen. Doch normal ist vielleicht auch, dass man dann mit wenig Risiko agiert und versucht, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Insgesamt ist es schon sehr belastend", verrät Kevin Müller.

Doch letztlich meistert der Youngster, der mittlerweile 23 Partien im Männerbereich absolvierte, die Herausforderungen im Zweitliga-Tor souverän, wenngleich ihm im zurückliegenden Heimspiel gegen Cottbus (1:1) ein Patzer vor dem 0:1 unterlief. In Frankfurt machte er seinen Lapsus aber wieder vergessen und hielt seine Truppe vor allem in der ersten Hälfte im Rennen um Punkte. "Ich konnte es ein bisschen wieder gut machen. Aber es ist schließlich auch mein Job, Bälle zu halten und damit der Mannschaft zu helfen. Dennoch war das 0:0 in unserer Lage zu wenig. Zum Ende hin hatten wir einige gute Möglichkeiten zum Sieg. Es fehlt uns häufig das entscheidende Quäntchen, wenngleich wir es mit dem Ausgleichstreffer in allerletzter Sekunde gegen Cottbus hatten", so der Schlussmann.

Trotz zuletzt dürftiger Auftritte und erst einen Sieges liegen die Norddeutschen auf Rang 15 - dem ersten Nichtabstiegsplatz: "Das ist für den Kopf sehr wichtig, wenngleich die Punktzahl natürlich sehr niedrig ist."

Dass die Fans mitunter schon ungeduldig werden, kann Müller nachvollziehen: "Ich habe Verständnis für die Leute. Sie wollen im nächsten Jahr keinen Drittliga-Fußball sehen. Da ist es normal, wenn sie ihre Meinung im Stadion kundtun und murren. Klar ist aber auch, dass es der ganzen Sache nicht unbedingt dienlich ist. Allerdings habe ich den Eindruck, dass es noch um eine Minderheit handelt."

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