Warnemünde : Müll unter Lupe der Wissenschaft

Lehrer Klaus Viebranz sowie Stefanie Felsing vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung mit einem Müllsack. Sie erklären Teilnehmern, wie bei der Aktion verfahren wird.  Fotos: mapp (3)
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Lehrer Klaus Viebranz sowie Stefanie Felsing vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung mit einem Müllsack. Sie erklären Teilnehmern, wie bei der Aktion verfahren wird. Fotos: mapp (3)

60 Schüler haben in einer Gemeinschaftsaktion vom IOW, dem Bilse-Institut und der Euroäpischen Küstenunion am Strand vieles gesammelt

svz.de von
04. Januar 2018, 20:45 Uhr

Unter dem Motto „Aktiv am Strand“ haben am Donnerstag etwa 60 Schüler verschiedener Rostocker Schulen am Strand von Warnemünde zwischen dem Bereich der Mole und der Jugendherberge Müll und Plastik gesammelt. Alle Funde wurden im Anschluss protokolliert. „Denn bei dieser Aktion geht es nicht um Strandreinigung nach den Silvesterfeierlichkeiten, sondern um die Wissenschaft“, erklärt Kristin Beck, Sprecherin des Leibniz-Institutes für Ostseeforschung (IOW). Das IOW, das Bilse-Institut für Bildung und Forschung sowie die Europäische Küstenunion (EUCC) haben die Veranstaltung organisiert. „Sie ist als Strandmonitoring Bestandteil des im vergangenen August gestarteten Projektes Micro-Catch-Balt“, ergänzt Beck. Das untersucht am Beispiel der Warnow, aus welchen Quellen in den Einzugsgebieten der Ostseezuflüsse Plastikpartikel in Richtung Meer transportiert werden.

„Das ist ein sehr sinnvolles Projekt“, lobt Lehrer Klaus Viebranz vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium. Bedenkt man, dass die Gehwegreinigung und andere Unternehmen sowie Privatleute bereits am Strand Müll gesammelt haben, war erstaunlich, wie viel Unrat noch herumlag. „Die Bilanz nach 1,5 Stunden betrug 102,65 Kilogramm, das waren 5000 Teile“, so die IOW-Sprecherin.

Die Aufschlüsselung ergab: 75 Prozent konnten als Abfall vom Silvesterfeuerwerk zugeordnet werden, unterteilt waren das 50 Prozent Papier- und Pappteile von Böllern und Raketen, 21 Prozent Plastik und vier Prozent Holzteile. „Die restlichen 25 Prozent konnten direkt der touristischen Nutzung zugeordnet werden“, so Beck. Bei diesen Fundstücken handelte es sich um Zigarettenkippen, Glasscherben oder ganze Flaschen, Becher und Flaschen aus Plastik, deren Verschlüsse und Verpackungen von Süßigkeiten.

Das neue Projekt Micro Catch Balt mit dem Schwerpunkt „Plastik in der Umwelt“ wird in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 1,7 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Ergebnisse der Aktion fließen in das Projekt mit ein. Damit sie wissenschaftlichen Anforderungen genügen, wurden alle von Experten des IOW, vom Bilse-Institut und der EUCC angeleitet.

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