Bauvorhaben : Mühlendamm: Freie Fahrt erst 2015

Die Behelfsbrücke, über die der Verkehr seit 2011 rollt, soll Ende 2014 zurückgebaut werden. Sie kostet Rostock monatlich rund 3600 Euro und verursacht häufig Stau.
Die Behelfsbrücke, über die der Verkehr seit 2011 rollt, soll Ende 2014 zurückgebaut werden. Sie kostet Rostock monatlich rund 3600 Euro und verursacht häufig Stau.

Im März sollen die Brücken-Arbeiten starten / Schleusen-Schicksal unklar

svz.de von
10. Dezember 2013, 23:00 Uhr

Nach langem Stillstand am Mühlendamm soll nun im März der Neubau der Rostocker Schleusenbrücke beginnen. Darauf warten tausende Autofahrer schon seit Einrichtung der Behelfsumfahrung 2011. Seit damals herrscht an dem Engpass regelmäßig Stau im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr. Auch die Ausweichstrecke über die Vorpommernbrücke ist häufig überlastet.

Läuft alles optimal, können Ende 2014 jeweils eine Spur je Richtung sowie der Geh- und Radweg am Mühlendamm freigegeben werden. „Das ist aber abhängig von der Witterung im Jahresverlauf“, sagt Heiko Tiburtius, Chef des Tief- und Hafenbauamts. Denn für viele Arbeiten sind eine bestimmte Temperatur und Trockenheit Voraussetzung. „Sollte es permanent regnen, ist der Dezember nicht zu halten“, sagt der Amtschef.

Schon morgen findet die technische Abstimmung der Baufirma Groth und Co mit dem Amt und den Prüfingenieuren statt. Anschließend folgt die Ausführungsplanung. „Die ist detaillierter als bei einer Straße, unter anderem wegen der Statik“, so Heiko Tiburtius. Wird sie genehmigt, sollen im März die Gründungsarbeiten beginnen. „Zuerst geht der Kampfmittelräumdienst aber noch mal rein“, sagt der Amtschef. „Ich hoffe, dass sie nicht noch einen Panzer finden.“ Andernfalls könnte der Zeitplan durcheinandergewirbelt werden.

Das neue Bauwerk soll 17,6 Meter breit werden und in vier Metern Höhe die Schleuse überbrücken. Was mit ihr passiert, ist nach wie vor unklar. Noch ist sie Eigentum des Bundes, der sie aber an das Land oder die Hansestadt abgeben will. Letztere wäre zur Übernahme auch bereit, allerdings nur, wenn der Bund für die dringend notwendige Sanierung aufkommt. Auf dessen Prioritätenliste rangiert die Rostocker Schleuse allerdings weit unten. Geld ist dafür bislang nicht in den Haushalt der zuständigen Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord eingestellt worden. Bootsbesitzer, die zwischen Unter- und Oberwarnow pendeln wollen, müssen daher weiter auf eine Lösung warten. Nach derzeitigem Stand könnte die Schleuse noch mehrere Jahre geschlossen bleiben.

Die Unsicherheit über das Schicksal der Schleuse, die nach einer Sanierung automatisiert betrieben werden soll, hatte mit zu den Verzögerungen beim Brückenneubau beigetragen. Denn von der Gestaltung der Schleuse hängt die Durchfahrtshöhe der Brücke ab. Der Stadt waren daher lange Zeit die Hände gebunden. Sie will den Neubau schnellstmöglich abschließen, auch weil sie für die Behelfsbrücke monatlich rund 3600 Euro Miete zahlen muss. Zwischenzeitlich war sogar ein Damm statt einer Brücke im Gespräch. Der ist aber vom Tisch.

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