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Norddeutsche Neueste Nachrichten

16. Dezember 2017 | 00:48 Uhr

"MS Wasserklo" geht in Betrieb

vom

svz.de von
erstellt am 27.Aug.2013 | 09:30 Uhr

Warnemünde | Der Umweltausschuss des Ostseebades fungiert derzeit - etwas flapsig ausgedrückt, aber keineswegs abwertend gemeint - als eine Art "Soko Lokus" für Warnemünde. Ortsbeiratsvorsitzender Alexander Prechtel (CDU) hat Ausschuss-Mitglied Mathias Ehlers um eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes der gesamten öffentlichen Toiletten im Ort gebeten. Denn angesichts der vielen Touristen und Besucher im Ostseebad besteht auf diesem Gebiet akuter Handlungsbedarf. Aber das Auflisten ist eine echte Fleißarbeit. Etwas mehr als 20 Toiletten gibt es derzeit im Ostseebad. "Schwerpunkte sind die auf Parkplätzen", sagt Ehlers. Die sind von der Art, der Anzahl und vom Standard nicht mehr zeitgemäß. Als Warnemünder weiß er: "Wenn die Touristen von außerhalb kommen, dann zieht es sie nicht als Erstes zum Strand, sondern auf eine Toilette." Und die finden sie nicht überall vor. Deshalb nutzen manche auch die Gebüsche des Stephan-Jantzen- oder des Aranka-Parkes zur Notdurft. Ehlers plädiert für Hinweisschilder, damit die Gäste auch die entsprechenden Toiletten finden. Ob das Piktogramme oder Schilder sein könnten, darüber herrscht jetzt noch Unklarheit.

Zahl der Kreuzfahrt-Touristen steigt seit Jahren

Trotz der Defizite finden sich gute Beispiele von privat betriebenen Toiletten an Strandaufgängen. Die Strandoase Treichel ist so ein Beispiel. Dafür können Menschen mit Handicap die speziellen EU-Norm-Schlüssel erwerben, damit sie auch außerhalb der Öffnungszeiten noch das WC nutzen können. Nicht ausreichend sind die Anzahl und der Zustand. 320 000 Passagiere von Kreuzfahrtschiffen machen in Rostock fest. Zunehmend verbringt ein Großteil der Passagiere die Zeit in Warnemünde. Das ist auch ein Grund, warum der Umweltausschuss immer wieder auf eine Lösung für das Nordkreuz gedrängt hat. Die Anlage soll Anfang September in Betrieb gehen. Farblich gestaltet wurde sie von der Firma Arbolito Spielraumgestaltung. Das Nordkreuz-WC zeigt tpyische Motive für Warnemünde und für die Umgebung auf dem "MS Wasserklo", wie das Haus genannt wird. "Die Anlage verfügt über eine behindertengerechte und zwei weitere Kabinen für Frauen und Männer", sagt Kerstin Kanaa, Sprecherin der Stadt. Die Anlage soll ganzjährig betrieben werden. Trotzdem soll für Warnemünde das Toilettenkonzept grundsätzlich überprüft und verbessert werden.

Architekt arbeitet an einer Modell-Variante

Im Ortsbeirat wurden kürzlich Visionen angesprochen. Beirats-Chef Prechtel hat Vorschläge unterbreitet, für die es Vorbilder in anderen Ländern gibt. Seiner Ansicht nach könnte ein Architekt eine Modell-Toilette entwickeln, die in Serie aufgestellt und kostenlos betrieben wird. Finanziert werden soll dies über eine Art Sponsoring. "Man muss auf diese Weise die Kosten für die Reinigung und das benötigte Toilettenpapier hereinbekommen", sagt Prechtel. Er ist nicht davon überzeugt, dass man viel Geld gewinnt, wenn man für die Benutzung 50 Cent nimmt.

"Egal, wie wir es nennen, ob Patenschaft oder Public-Private-Partnership - der Effekt ist immer derselbe", sagt Ehlers. "Wir können auf diese Weise miteinander etwas Konkretes schaffen für Warnemünde", sagt Ehlers, der hofft, dass Tourismusdirektor Matthias Fromm sich noch stärker in diesem Punkt engagiert. Die Warnemünder haben oft das Gefühl, dass hier Verantwortlichkeiten immer hin- und hergeschoben werden.

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