Vor Gericht : Mordversuch aus Eifersucht

Das Gericht muss im Fall Andre S. entscheiden: Wollte er den neuen Partner seiner Ex-Freundin ermorden?
Das Gericht muss im Fall Andre S. entscheiden: Wollte er den neuen Partner seiner Ex-Freundin ermorden?

30-Jähriger soll neuen Partner seiner Ex im Wald mit dem Messer attackiert haben.

svz.de von
11. Mai 2017, 08:00 Uhr

„Ich habe keine Person geschädigt“, sagte gestern Andre S. (30) und wies den Vorwurf des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung zurück. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn, am 31. Oktober in einem Waldstück hinter Goritz bei Laage aus Eifersucht versucht zu haben, Jan Th. (28), den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Freundin, mit einem Messer zu ermorden.

Er sei nicht unterwegs gewesen. „Ich war schockiert, als die Polizei am Abend auf meinem Hof in Stormstorf erschien und mich mit den Vorwürfen konfrontierte.“ Ruhig beendete er seine Darlegung und war nicht bereit, weitere Fragen zu beantworten. „Ich war am 31. Oktober gegen 17.30 Uhr auf dem Weg zu meiner Kaserne bei Stralsund“, schilderte Jan Th. (28) als Zeuge und Nebenkläger. Auf der L 18 hinter Goritz sei sein Wagen plötzlich liegen geblieben. Nichts half, er rief den ADAC. Aus Richtung Laage sei ein Auto gekommen, das das Fernlicht anschaltete und anhielt. „Der Angeklagte stand vor mir, riss mir das Handy aus der Hand. Er strich mir mit einem Gegenstand über den Hals, ich duckte mich und bemerkte eine zweite Schneidebewegung über den Hals. Er wollte mir die Kehle durchschneiden“, sagte Jan Th. Er sei dann nur gelaufen, habe gar nicht mehr geguckt, wohin. „Nur nicht hinfallen, dachte ich“. Und auch: „Das wars dann wohl.“ Der Angeklagte habe sein Auto gedreht und in den Wald geleuchtet. „Ich versteckte mich hinter einem dicken Baum, zog meinen Pullover aus und drückte meine Wunden ab.“ Als er nach einer Zeit nichts mehr hörte, sei er zurück auf die Straße gegangen und habe ein Auto angehalten. Auch seine Lebensretter Rosemarie (67) und Klaus K. (68) aus Loitz wurden gestern als Zeugen gehört. Sie hatten auf der einsamen, dunklen L 18 ihre Angst überwunden und angehalten. „Ich fuhr schon langsam, als wir am Straßenrand ein Warnkreuz und ein beleuchtetes Auto sahen“, berichtete Klaus K. Die Motorhaube und die Fahrertür standen offen. „Hundert Meter weiter kam dann ein Mann aus dem Wald und klopfte an die Scheibe“, sagte Rosemarie K., „sein ganzer Unterarm war voller Blut“. Er hätte von einem Überfall berichtet. Es sei der Exfreund seiner Lebensgefährtin gewesen. Sie habe mit ihrem Handy dann die 112 gewählt, sich mit der schnellen medizinischen Hilfe verständigt. Der Prozess wird am 15. Mai fortgesetzt.

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