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Grundstück bei Tessin umgegraben : Mordkommission sucht Leiche eines Vermissten

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Vermisster aus Kronskamp wohl ermordet. 29-jähriger mutmaßlicher Täter sitzt in U-Haft. Ermittler graben Grundstück um: Wurde die Leiche einbetoniert? Verhafteter soll versucht haben, einen weiteren Mann zu töten.

svz.de von
erstellt am 12.Jan.2017 | 18:34 Uhr

Wo ist Mathias G. aus Kronskamp? Der Vermisstenfall des seit Ende April 2016 verschwundenen 28-Jährigen steht jetzt kurz vor der Aufklärung. G. ist einem Verbrechen zum Opfer gefallen, das steht fest. Ermittler der Mordkommission suchen nun die Leiche des Mannes. Der mutmaßliche Mörder, ein 29-Jähriger, sitzt bereits in Untersuchungshaft. Auf sein Konto geht eine weitere schwere Straftat. Ende Oktober des vergangenen Jahres soll er versucht haben, einen weiteren jungen Mann zu töten, dieser überlebte nur knapp.

Der ganze Fall: Die Ermittler haben inzwischen keine Zweifel mehr, dass Mathias G. getötet wurde. „Gegen den Beschuldigten besteht der Anfangsverdacht eines versuchten Tötungsdeliktes“, bestätigte Harald Nowack, Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft. Nach unseren Recherchen trennte sich die damalige Freundin vom heute mutmaßlichen Mörder und verliebte sich in Mathias G.. Ende April 2016 verschwand Mathias G. aus noch nicht näher bekannten Umständen plötzlich. Kurze Zeit später wurde er vermisst gemeldet, die Polizei leitete Fahndungsmaßnahmen ein. Möglicherweise wurde er bereits Ende April, Anfang Mai umgebracht - wie, ist noch unklar.

Nach dem Verschwinden vom 28-Jährigen kehrte die Freundin kurzzeitig zum heutigen Tatverdächtigen zurück, um dann wiederum nur kurze Zeit später mit einem anderen Mann, einem 27-Jährigen, zusammenzukommen.

In Goritz, in der Nähe von Tessin, kam es am 31. Oktober 2016 abends plötzlich zu einer Auseinandersetzung auf offener Straße, bei dem der 27-Jährige mit einem Messerschnitt in den Hals lebensgefährlich verletzt worden war. Der mutmaßliche Täter: Ebenfalls der 29-Jährige, der auch Mathias G. getötet haben soll. „Bei diesem Fall bestand gegen den Beschuldigten ein dringender Tatverdacht eines Tötungsdeliktes“, erklärte Nowack. Der 29-Jährige wurde festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

In weiteren Vernehmungen fanden die Ermittler dann auch Indizien dafür, dass er Mathias G. getötet hat. Der Verdächtige hat bisweilen noch nicht den Tatort und den Ablageort der Leiche genannt. Deshalb rückte die Mordkommission am Donnerstagmorgen in Stormstorf bei Tessin zusammen mit einer Baufirma und Baggern auf dem Grundstück des Beschuldigten an. „Dort fanden Ausgrabungen statt, da wir Anzeichen dafür haben, dass sich dort die Leiche eines Vermissten befindet“, erklärte Harald Nowack.

Bei ersten Ausgrabungen wurden keine Leichenteile gefunden. Danach richtete sich der Fokus auf eine Betonplatte direkt vor dem Eingang in das Haus des Beschuldigten. Wie zu erfahren war, wurde die Platte im Mai 2016, also kurz nach dem Verschwinden neu gegossen. Dem Verdacht, dass die Leiche von Mathias G. sich einbetoniert darunter befindet, gingen die Ermittler nach. So ließen sie zunächst Löcher in den Beton bohren. Sie stießen auf eine zweite Platte im Erdreich. Ein Leichenspürhund soll nun eine Geruchsprobe aufnehmen.

Spätestens dann wird feststehen, ob sich der leblose Körper unter der Betonplatte befindet. Ergebnisse werden am Freitagvormittag erwartet.
 

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