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Kolumne zum Neuen Jahr : Möge uns das neue Jahr gelingen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der Bad Doberaner Pastor Albrecht Jax hat seine Gedanken in Worte gefasst. #wirkoennenrichtig

von
erstellt am 01.Jan.2017 | 16:00 Uhr

„Einen guten Rutsch“, „Prosit Neujahr“, „Gutes Neues“, „Ein frohes neues Jahr“. So ist es dieser Tage wieder überall zu hören. Gute und freundliche Wünsche für das Jahr 2017. Ich wünsche in diesen Tagen häufiger ein gelingendes neues Jahr. Was geht mir dabei durch den Sinn? Gelingen hat mit Glück und Erfolg zu tun: Mir glückt etwas. Ich bin erfolgreich im Beruf oder überhaupt bei allem, was ich beginne. Jeder ist seines Glückes Schmied, heißt es. Erfolg haben ist ein Mantra unserer Gesellschaft. Natürlich, Erfolg kann ich mir erarbeiten. Mitunter stoße ich aber an meine Grenzen oder bin auf mehr als etwas Glück angewiesen. Dann spüre ich, dass ich eben doch nicht die Kontrolle über alles habe und das Leben sich nicht um mich dreht. Angst macht Herzen hart: Angst vor Fremden, Angst um die eigene Existenz und um die Zukunft. Die Sorge um die Sicherung des eigenen wohlständigen Lebens kann hart machen gegenüber anderen und ihrer Not. In unserer Gesellschaftsordnung, deren Erfolg auf Wachstum beruht, versuchen Menschen mitzuhalten mit der Entwicklung, mit der Forderung, flexibel zu sein. Glücklich bin ich deshalb über eine biblische Zusage, die Christen in diesem Jahr 2017 als so genannte Jahreslosung begleitet. „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch“. So steht es im Alten Testament der Bibel bei Ezechiel, Kapitel 36, Vers 26. Unsere Welt, unsere Gesellschaft, unsere Nachbarschaft, das Miteinander in unserer Familie, ich und mein Leben brauchen immer wieder ein neues Herz und einen neuen Geist, so, wie es in diesem alten Text beschrieben ist. Dann kann Leben gelingen. Es braucht Mut und Fantasie, um immer neu zu beginnen. Es braucht Mut, die Dinge beim Namen zu nennen, wie Ezechiel die Hartherzigkeit, das Unrecht, die Missachtung und Unterdrückung seiner Zeit beim Namen nennt. Es braucht Mut, sich den Herausforderungen und Bedrohungen für ein gerechtes und friedliches Miteinander zu stellen. Ich brauche ein lebendiges, mutiges Herz, das die Ängste vor dem Unsicheren im Leben nicht verdrängt, sondern sie zulässt und allmählich überwindet. Es braucht einen wachen Geist, der sich nicht mit dem zufrieden gibt, was ist. Und der sich nicht täuschen lässt, Dinge seien so, wie sie sind – und nicht zu ändern. Gott spricht zu uns. Er schenkt uns ein neues Herz und legt einen neuen Geist in uns. Beides kann ich nicht selber schaffen durch eigene Anstrengung. Ich kann es auch nicht fordern. Ich kann aber hineingehen in den Raum, den diese Worte mir öffnen. Ich kann mich geborgen fühlen in diesen Worten, wenn mein Herz hart wird oder mein Geist müde. Ich kann auf die Verheißung dieser Worte vertrauen, wenn die Nachrichten des Alltags mich zweifeln, manchmal verzweifeln lassen. Es gibt ihn, den Neuanfang. Möge uns das neue Jahr gelingen.

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