Interview : Möbel Kraft will nach Schutow

Gunnar George,  Geschäftsführer von Möbel Kraft
Gunnar George, Geschäftsführer von Möbel Kraft

Im Gespräch mit Geschäftsführer Gunnar George: Ansiedlung am Werftdreieck ist nicht geplant

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19. März 2014, 11:00 Uhr

Seit Monaten wird heiß über eine Neuansiedlung in der Hansestadt diskutiert. Der Stadt liegt eine Anfrage von Kurt Krieger für den Standort Schutow vor. Dort will der Besitzer des Möbel-Giganten Höffner ein neues Möbelhaus bauen. Mit im Fokus dieser Neuansiedlung ist auch das Areal am Werftdreieck, das Kurt Krieger gekauft hat. Heute soll es in Rostock eine weitere Beratung zu diesem Thema geben. Redaktionsleiter Dietmar Tahn hat mit Dr. Gunnar George, dem Geschäftsführer von Möbel Kraft, gesprochen.


Herr George, Aufregung herrscht in Rostock wegen einer Neuansiedlung von Möbel Kraft. Es geht um Schutow oder das Werftdreieck. Was sind Ihre wirklichen Pläne?
George: Verstehen kann ich die Aufregung nicht. Einiges ist ein bisschen missverständlich aufgenommen worden. Was die Fläche am Werftdreieck betrifft, haben wir uns das Gelände angeguckt, und dies ist aus meiner Sicht ein gutes Gewerbegrundstück. Allerdings, wenn man sich das Gelände vom Schnitt her ansieht, ist die Fläche zu klein, um ein Möbelhaus nach jetzigem modernen Standard dort zu bauen. Deshalb wollen wir auf dieser Fläche eine Gewerbe-Entwicklung machen. Die Stadt hat uns die Sportladenkette Decathlon nahegelegt, weil es dort schon Kontakte gab. Wir haben gute Erfahrungen mit dem Baumarkt Hornbach. Deshalb ist dieses mögliche Modell Decathlon/Hornbach entstanden. Aber ich muss auch betonen, dass es ein Wunsch der Stadt ist, dass am Werftdreieck etwas passiert.

 
Wie ist hier der Stand?
George: Wir erfuhren spät aus den Fraktionen der Bürgerschaft, dass es auch Überlegungen zum Wohnungsbau in diesem Bereich gegeben haben soll. Ich bin kein Lärmgutachter, aber aufgrund des hohen Verkehrs hier Wohnen zu realisieren, halte ich für schwierig. Da müssen wir sehen, welche Idee letztendlich passt. Wir können für das Werftdreieck ein gutes Konzept für Einzelhandelsgewerbe machen, aber nicht für uns als Möbelanbieter.


Wenn das Werftdreieck in Sachen Möbelhaus raus ist, soll also eine Kraft-Niederlassung an den Standort Schutow kommen?
George: Das Grundstück in Schutow haben wir für die Ansiedlung einer Möbelfiliale optioniert. Es ist völlig losgelöst vom Werftdreieck zu betrachten.


In Schutow gibt es im Umkreis aber schon viele Möbelanbieter…
George: Es gibt Ikea. Mit diesem Anbieter sind wir an verschiedenen Standorten zusammen aktiv, und es klappt. Das mag sich zuerst komisch anhören. Aber wenn man sich die Häuser von Höffner oder Kraft ansieht und dann das dortige Kundenpotenzial mit dem von Ikea vergleicht, ist das eine sehr gute Ergänzung. Die Kinder unserer Kunden kaufen nämlich dort ein. So ist da eine gute Wechselwirkung. Unsere Kunden wollen sich zu einem Großteil halt nicht selbst mit dem Akku-Schrauber ins Wohnzimmer stellen und die Schränke aufbauen.


Aber es gibt ja noch mehr Möbelhäuser in Schutow, die vielleicht Bedenken haben…
George: Roller, Möbel Wikinger und Poco Domäne sind da. Das spricht für einen guten Möbelstandort. Dass es dort so eine Hektik gibt, verstehe ich nicht. Denn außer Ikea gibt es ja keinen großen Möbelanbieter in Rostock.


Schutow wäre also der Platz für die Marke Kraft, in der Dimension und Angebotspalette wie Höffner in Bentwisch?
George: Ja, wir planen, Kraft dort zu etablieren. Es gibt übrigens auch zwischen Höffner und Kraft einen gesunden Wettbewerb – beispielsweise in Hamburg oder in Berlin. Das ist wichtig für uns, denn die Konkurrenz erwächst uns ja auch über den Online-Handel. Deshalb haben wir eine bessere Chance, wenn wir die eigenen Marken auch vor Ort darstellen. Mit 20 000 Quadratmetern Gesamtverkaufsfläche ist man heute nicht mehr wettbewerbsfähig. Wir benötigen mindestens 40 000 Quadratmeter wie in Schutow. Die Aufteilung und Ausstattung wird wie in unseren jetzigen Häusern sein, denn wir können das Rad ja auch nicht neu erfinden.


Es gibt ein Branchenkonzept, das von der Firma Stadt + Handel aus Leipzig erarbeitet wurde. Dieses sieht ausgerechnet die Höffner-Niederlassung in Bentwisch als Hauptverlierer bei einer Kraft-Neuansiedlung. Wie beurteilen Sie diese Prognose?
George: Das kann man so nicht sagen. Wie es sich entwickelt, wird die Zeit zeigen. Ich bin aber überzeugt, dass unsere Ansiedlung wirklich eine Ergänzung und eine Belebung von Rostock und dem Umland wäre.


Was wünschen Sie sich für die Umsetzung der beiden Projekte?
George: Dass wir unsere Pläne vorlegen können und es eine sachliche Diskussion im Sinne der Kunden gibt. Rostock kann aus meiner Sicht von den Vorhaben an beiden Standorten sehr profitieren.

 

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