Warnemünde : Modell der „Balance“ im Museum

Wertvolle Schenkung (v. l.): Hans Kölzow überreicht Kathrin Möller und Vorstandsmitglied Hans Pochmann die Brigg „Balance“.
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Wertvolle Schenkung (v. l.): Hans Kölzow überreicht Kathrin Möller und Vorstandsmitglied Hans Pochmann die Brigg „Balance“.

Hans Kölzow verschenkt selbst gebautes Modell von seinem Großvater Heinrich Stuhr

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05. Januar 2016, 21:18 Uhr

Der Rostocker Hans Kölzow hat dem Heimatmuseum Warnemünde ein kostbares Geschenk gemacht. Der heute 87-Jährige überreichte Museumsleiterin Kathrin Möller das Modell der Brigg „Balance“, das sein Großvater vor etwa 120 Jahren nach dem Ende seiner Schifferkarriere gebaut hat. Sein Opa war der Kapitän Heinrich Stuhr, der 1850 geboren und am 21. Mai 1920 gestorben ist.

Als 35-Jähriger übernahm der gebürtige Warnemünder Heinrich Stuhr 1885 das zweimastige Segelschiff „Balance“. „Wahrscheinlich begründete Heinrich Stuhr nach der Seefahrt mit P. Borgwardt die Holzsägerei Borgwardt & Stuhr in der Poststraße 19“, vermutet Museumsleiterin Kathrin Möller. Das Modell der Brigg „Balance“ wurde stets in der Familie weitervererbt. „Ich habe es vor 25 Jahren von meinem Cousin Max Müller geerbt. Mein Cousin hatte sich immer gewünscht, dass das Modell später ins Heimatmuseum kommt, weil es ein Stück Warnemünder Geschichte ist.“ Und als Hans Kölzow im vergangenen Jahr im Museum war und etwas über die geplante Kapitänsausstellung erfahren hat, entschloss er sich zu dieser Schenkung. Auch Kölzows Töchter Gudrun und Heike bestärkten ihren Vater in dem Vorhaben.

„Das ist ein sehr schönes Stück, man sieht, dass es von einem richtigen Seemann exakt und sehr akribisch nachgearbeitet worden ist“, bescheinigt die Museumsleiterin. Stuhr muss ein gefragter Modellbauer gewesen sein, er baute auch für Lotsenkommandeur Stephan Jantzen ein Vollschiffmodell, das dieser der Warnemünder Kirche gespendet hat und das noch heute dort hängt.

Wenn die Ausstellung über die Warnemünder Kapitäne zu Ende ist, wird die Brigg einen Platz in der Dauerausstellung finden. „Es ist schon ein sehr besonderes Schiff“, sagt die Museumsleiterin. Hans Kölzow hat früher auch das Logbuch der „Balance“ gelesen. Es enthielt berührende Szenen, zum Beispiel den Bericht eines Schiffsjungen, der als einziger bei einer Fahrt auf einem Schrank überlebt hat. Auch das Logbuch ist irgendwo im Familienbesitz.

Zuletzt hat Kölzow es bei dem vor 15 Jahren verstorbenen Peter Stuhr, Sohn vom letzten Leuchtturmwärter Karl-Heinz Stuhr, gesehen. „Das wäre spannend für das Museum“, sagt die Museumsleiterin. Sie hat übrigens beim Land und der Stadt Fördermittel beantragt, um die Dauerausstellung einmal zeitgemäßer umzugestalten.

Pro Jahr erhält das Museum etwa 20 kostbare Exponate, 2015 waren es 600 Fotos aus zwei Nachlässen und 60 Exponate aus dem großen Fundus von Entertainer Horst Köbbert.

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