Miteinander der Generationen

<strong>Planen den Generationenpark:</strong> Rolf Ruge und Dr. Gabriele Palis <foto>Foto: clla</foto>
Planen den Generationenpark: Rolf Ruge und Dr. Gabriele Palis Foto: clla

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02. Juli 2012, 10:30 Uhr

Roggentin | Kinder spielen im Sandkasten, auf den Bänken rundherum sitzen ältere Menschen und schauen zu. Später wird vielleicht noch gemeinsam ein Sandkuchen gebacken. Was klingt, wie ein Spielplatz-Szenario mit Großeltern und Enkelkindern, wird in Roggentin im kommenden Jahr Realität. Allerdings mit völlig Fremden. Denn auf einer 25 Hektar großen Freifläche errichtet der Verein Auf der Tenne einen Bildungs- und Gesundheitscampus, auf dem eine Kita, altersgerechte Wohnungen und ein Seniorenheim vereint werden. Acht Millionen Euro werden investiert.

"Das ist das bisher größte Objekt, das wir uns zutrauen", sagt Dr. Gabriele Palis. Seit seiner Gründung im Jahr 1991 kümmert sich der Verein vor allem um die Kinderbetreuung, fungiert als Träger für Kitas und Jugendclubs. "2006 haben wir überlegt, was wir tun müssen, um weiter zukunftsfähig zu bleiben, und uns als weiteres Standbein den Pflegemarkt erschlossen", so die Vereins-Geschäftsführerin. 2007 wurde das Seniorenheim in Rövershagen eröffnet. Nun also Roggentin. "Der Standort ist für dieses Vorhaben ideal. Nicht nur, weil uns die Gemeinde immer unterstützt hat und es weiter tut", so Palis. Sondern auch, weil "der Ort von der sozialen Infrastruktur bisher völlig unerschlossen war". Bisher gab es weder einen Arzt noch eine Einrichtung für Kinder oder für Altenbetreuung. Mit dem Projekt des Vereins wird diese Lücke geschlossen und alles an einem Standort verbunden. Zusätzlich werden 40 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Das Vorhaben sei landesweit einmalig, sagt die Geschäftsführerin. Umso enttäuschter sind sie und Projektleiter Rolf Ruge, dass es von keinem Ministerium dafür Fördermittel gibt. "Wir wollen uns ja nicht bereichern oder Gewinn machen, sondern sind als Verein Investor und Träger", so Ruge. Hätte man nur eine Million der Summe, für die ein Kredit aufgenommen wird, gefördert bekommen, "hätten wir energetisch viel moderner bauen können, was auch gut für die Nachhaltigkeit wäre". Immerhin, neben der finanziellen Unterstützung der Gemeinde gibt es jetzt doch einen warmen Geldregen: "Wir haben uns an einer Ausschreibung des Landwirtschaftsministeriums beteiligt. 1,2 Millionen Euro waren da zu verteilen, je 400 000 für drei Projekte. Und wir haben jetzt den Bescheid bekommen, dass wir eines davon sind", freut sich Palis.

Für die Ausschreibung hatten sie das Teilprojekt mit dem Generationenpark eingereicht. Dabei handelt es sich um einen Park auf dem Campus-Gelände, der Spiel- und Fitnessgeräte für Kinder und Senioren anbietet. "Auch die Öffentlichkeit kann den Park nutzen", sagt Palis. Er sei als Begegnungsstätte im Grünen für alle Generationen gedacht.

Derzeit warten die Initiatoren auf die Baugenehmigung. Läuft alles nach Plan, kann schon Ende Juli der erste Bagger auf dem Gelände stehen. Im September 2013 soll die Kita namens Alexander von Humboldt eröffnen, im Herbst des gleichen Jahres dann das Pflegeheim. Eines der Häuser sei für die Vermietung an einen Arzt vorgesehen.

Für das Aufeinandertreffen der Generationen hofft Palis auch auf ehrenamtliches Engagement aus dem Ort. Man wolle eben nicht nur für jedes Alter, sondern auch für die Öffentlichkeit und jeden Einwohner zugänglich sein.

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