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Norddeutsche Neueste Nachrichten

12. Dezember 2017 | 07:42 Uhr

ahrenshoop : Mit Werner Tübke am Strand

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ausstellung mit Werken der Leipziger Maler ab 12. Juli in der Kunstmühle

Werner Tübke (1929–2004) und die Ostsee – das ist ein bislang unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kunstgeschichte. Der berühmte Leipziger Maler, Zeichner und Mitbegründer der Leipziger Schule entdeckte die Ostsee bereits in seinen Studienjahren in Greifswald. Als Dozent an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst unterrichtete er zwischen 1966 und 1968 an einer selbstbestimmt-temporären „Akademie am Meer“ an der Ostsee. Zumeist in der Vorsaison arbeitete er jeweils für vier bis fünf Wochen mit seinen Studenten in Zingst, Prerow und Ahrenshoop, darunter etliche Künstler, die bald selbst eigenständige Positionen in der ostdeutschen Kunstgeschichte einnehmen sollten. Die Liste der Namen reicht von Ulrich Hachulla über Erich Kissing bis zu Wolfgang Peuker.

Mit der diesjährigen Sommerausstellung „Mit Tübke am Strand. Leipziger Maler in Ahrenshoop“ richtet das Kunstmuseum Ahrenshoop ab 12. Juli erstmals den Fokus auf die Präsenz der legendären Leipziger Schule in Ahrenshoop und an den Ostseestränden von Fischland/Darß bis Rügen. In der Schau werden 65 Werke von 19 Künstlern der Leipziger Szene aus bedeutenden öffentlichen Sammlungen und aus Privatbesitz gezeigt. Im Mittelpunkt steht dabei das Werk Tübkes.

Die ostdeutsche Kunst durchzieht die Liebe zum Meer – insbesondere zur Ostsee. Tübkes Hinwendung zur Ostsee ist ein exemplarischer Beleg für dieses übergreifende Phänomen. Die von ihm besuchten Orte und Landschaften fungierten in einer hermetisch geschlossenen Gesellschaft als Rückzugsräume, Entfaltungszonen und temporäre Ateliers.

Jener in der Ausstellung erstmals rekonstruierte Bezug zum Künstlerort Ahrenshoop gilt aber ebenso für andere prominente Akteure der Leipziger Schule – etwa für Wolfgang Mattheuer. Zudem bezog er auch die Vertreter einer nonkonformen Leipziger Künstlergeneration in den 1970er- und 1980er-Jahren ein: Künstler wie Lutz Friedel, Günter Firit und Frieder Heinze machten den Ostseeraum, teils zusammen mit der Karl-Marx-Städter Künstlergruppe Clara Mosch, zur Kulisse für avantgardistische Pleinairs, hedonistische Künstlerfeste und gattungsübergreifende Kunst-Aktionen.

Das Strandmotiv in ihren Werken wurde zum Synonym für Sehnsucht und Freiheit, zu einem Spezifikum des Leipziger Kunstschaffens, welches oft erkannt, aber noch nie zum Thema einer Ausstellung gemacht wurde.

Die Ausstellung ist vom 12. Juli bis 25. Oktober im Kunstmuseum Ahrenshoop zu sehen. Die Vernissage findet am Sonnabend, 11. Juli, um 15 Uhr statt. Geöffnet ist täglich von 11 bis 18 Uhr.

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