Mit Plattformen und Serviceschiff

Erklärt am Modell des Wartungsschiffes die Aufgaben von Nordic Yards im Offshore-Geschäft: Susanne Meyer rfra
1 von 4
Erklärt am Modell des Wartungsschiffes die Aufgaben von Nordic Yards im Offshore-Geschäft: Susanne Meyer rfra

von
11. September 2012, 07:18 Uhr

Rostock | Der Stand am Ende der Messehalle B 4 fiel auf. Hier waren Eisspezialisten aus Zierow bei Wismar am Werk. Aus einem großen Eisquader formten sie mit Hammer und Meißel ein Schiff - passend zur Präsentation der Nordic Yards Werft, die auch Arktisfrachter und -tanker in ihrem Portfolio hat. Im Blickfeld ihrer von den Stäbelower Messebauern gut in Szene gesetzten Präsentation als maritimer Systemhersteller aber stand während der Schiffbaumesse SMM 2012 in Hamburg ihr gegenwärtiges Produktionsprogramm. In Wismar und Warnemünde sind drei Plattformen im Bau, die für die Landanbindung von Offshore-Windparks sorgen. Es begann im Mai 2011 mit "Borwin beta", die ab 2013 vor Borkum im Einsatz sein soll. Es folgte in Wismar "Helwin alpha" und seit Ende August nimmt in Warnemünde mit "Sylwin alpha" bereits der dritte Siemens-Auftrag für den Bau einer Offshore-Konverterplattform Gestalt an. "Sylwin alpha" soll nach Fertigstellung in Warnemünde und Wismar für den Netzanschluss der Offshore-Windparks Dan Tysk und Butendiek in der Nordsee sorgen.

Vitaly Yusufov: Ausrichtung als Systemhersteller

Im Orderbuch steht bei Nordic Yards inzwischen auch der Bau eines Spezialschiffes. Das dänische Unternehmen DBB Jack-up-Services in Aarhus hat den Auftrag erteilt. Das 80 Meter lange und 32 Meter breite Schiff soll der Wartung von Offshore-Windkraftanlagen dienen. Es kann sich auf dem Meer bis zu einer Wassertiefe von 45 Metern auf vier Hubbeinen aufstellen und mit einem Bordkran schwere Windradkomponenten bis zu einer Höhe von 100 Metern austauschen, erklärt Communications Officer Susanne Meyer. Baubeginn für dieses Spezialschiff soll Frühjahr 2013 sein und die planmäßige Lieferung wird für Frühjahr 2014 angesteuert. Für den Bau zwei weiterer Wartungsschiffe gibt es von den Dänen eine Option.

Nordic Yards zeigte auf der Messe aber auch das Modell eines Errichterschiffes. Anschaulicher Fingerzeig, dass sich Nordic Yards auf die Errichtung weiterer Offshore-Windparks gut eingestellt hat. "Die SMM bot uns eine gute Möglichkeit, mit im Offshore-Geschäft tätigen Kunden ins Gespräch zu kommen", sagte uns Werfteigner Vitaly Yusufov . "Wir waren durch unser Engineering gut vertreten, denn für uns ist es ein Kerngeschäft", machte er deutlich. So zeigte Nordic Yards auch beim Offshore-Dialog Flagge. Yusufov selbst hatte während der Messe, die er als ideale Plattform für die erfolgreiche Neuausrichtung als Systemhersteller ansah, etliche Termine mit Politikern und Geschäftspartnern. Nordic Yards scheint also im für die Energiewende wichtigen Offshore-Segment erfolgreich unterwegs. Belege sind auch Angebote verschiedener Jobs und der gerade erfolgte Ausbildungsstart von jeweils 20 Azubis in Wismar und Warnemünde.

Gemeinsam mit der Meyer-Werft gab bei der SMM 2012 die Rostocker Neptun-Werft ihre Visitenkarte ab. Sie veranschaulichte die eindrucksvolle Bilanz von 23 bisher hier ausgelieferten Flusskreuzern mit den Modellen der "Arosa Silva" und "Viking Odin". Drei Viking-Cruiser sind gegenwärtig im Bau, zwei der Neubauten stecken den Bug bereits aus der Schiffbauhalle. Insgesamt acht Neubauten stehen für Viking Cruises noch in den Auftragsbüchern. Die Fertigstellung des elften Arosa-Kreuzers wurde wegen der Buchungszurückhaltung bei Flusskreuzfahrtreisen auf Frühjahr 2014 um ein Jahr verschoben.

Auf Rostocker Werft wachsen Flusskreuzer und Gastanker

Bei Neptun geht der Bau des Gastankers "Coral Energy" der Fertigstellung entgegen, der im Miteinander mit der Meyer-Werft in Papenburg entsteht. Im vierten Quartal soll der auf den Transport von flüssigem Erdgas spezialisierte 156 Meter lange und 22,70 Meter breite Gastanker mit einer Ladekapazität von 15 600 Kubikmetern LNG (Flüssiggas), der auch mit LNG betrieben werden kann, an die Reederei Anthony Veder in Rotterdam abgeliefert werden. Nachfolgeaufträge stehen dafür noch nicht zu Buche, der Bau von LNG-Tankern, so betont Werftchef Müller-Fahrenholz, wird aber als Zukunftsmarkt angesehen.

Als nächste große Herausforderung wertet er den Bau des neuen Tiefseeforschungsschiffes "Sonne". Es soll die 2015 aus der Fahrt gehende 36 Jahre alte Vorgängerin ablösen. Gemeinsam mit dem Juniorchef Harald Michelsen präsentiert Vertriebsingenieur Reinhard Hilscher das Leistungsvermögen von SER Schiffselektronik Rostock. Aktuell werden in der Schutower Werkstatt gerade die Brückenpulte für einen Eisbrecher der Marine Argentinien zur Auslieferung vorbereitet. Er ist für die Versorgung von Antarktisstationen bestimmt. Zulieferungen für zwei Kreuzliner der Meyer-Werft für die Norwegian Cruise Line folgen.

Bis ins Jahr 2016 gibt es schon jetzt Aufträge für die 32 Beschäftigten bei SER, so Harald Michelsen. Die Referenzliste des Unternehmens reicht von Aida-Cruisern bis zur Genesis-Klasse. Zu den Kunden zählt auch die britische Royal Navy, die hier Brückenpulte für ihre Flugzeugträger "Queen Elizabeth" und "Prins of Wales" geordert hat.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 75.000 Schüler und Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen