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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 17:19 Uhr

Silvester : Mit leckeren Drinks ins neue Jahr

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostocker Barmeister Gregor Kroll weiß, was auf der Silvesterparty schmeckt und wie der Kater verhindert wird

svz.de von
erstellt am 31.Dez.2015 | 16:00 Uhr

Mit routinierten Handgriffen holt Gregor Kroll ein Ei und Sahne aus der Kühlung. Zusammen mit Rum, Zuckersirup, Portwein und etwas Tonkabohne wird daraus ein Cocktail, der als so genannter Rum Flip auf jeder Silvesterparty Anklang finden dürfte.

Und Kroll muss es wissen, ist er doch ausgebildeter Barkeeper und Meister der Getränkekunde. Das Rüstzeug dazu hat der 30-Jährige in der Rostocker Barschule erworben. Mittlerweile wurden mehr als 10 000 Schüler in der Einrichtung ausgebildet. Von der Hansestadt aus geht es für sie dann in alle Welt – ob hinter den Tresen eines Kreuzfahrtschiffes oder in exklusive Hotelbars. Zur Abschlussprüfung müssen die angehenden Barkeeper 130 Rezepte auswendig kennen.

An Zutaten herrscht dabei kein Mangel: Mehr als 1300 verschiedene Spirituosen stehen in den Regalen der Privatschule, die vom Zwei-Tages- bis zum Meisterkurs verschiedene Ausbildungsvarianten anbietet. Unter den Flaschen sind echte Schätze. Raritäten, die nur mit den Meisterkurs-Teilnehmern verkostet werden, zum Beispiel ein 50 Jahre alter Asbach Goethe, der im gepolsterten Holzkoffer aufbewahrt wird. Um die ganze Bar zu putzen, braucht es bei der Menge an Flaschen laut Kroll gute zwei Tage.

Eine solche Ausstattung ist natürlich für private Cocktailfreunde unbezahlbar. Und auch gar nicht notwendig. „Für eine gute Hausbar braucht es nicht zwingend professionelles Equipment wie Shaker und Seiher, wobei es das ja mittlerweile schon für kleines Geld zu kaufen gibt“, sagt Kroll. Mit einem Messbecher, ein paar Grundspirituosen – Whiskey, Rum, Wodka und Gin – sowie einem einfachen Zuckersirup, etwas Grenadine und verschiedenen Säften könne ein Gastgeber schon einige tolle Getränke zaubern.

Trends: Die Happy Hour ist fast ausgestorben

Und die müssen auch nicht immer hochprozentig sein, sondern schmecken natürlich auch ohne Alkohol.

Als Barmeister hat Kroll in den vergangenen Jahren die Entwicklungen der Getränke-Kultur ganz direkt vom Tresen aus beobachten können. Das so genannte Showkeepen mit dem Werfen von Flaschen und Shakern sei nicht mehr so gefragt. Auch die Happy Hour, bei der Cocktails zum halben Preis angeboten werden, wäre fast ausgestorben. „Die Barkeeper sind Profis, ihre Getränke hochwertig, warum sollte dafür nur der halbe Preis gezahlt werden“, fragt Kroll. Überhaupt seien heute ganz andere Dinge gefragt als in den Anfangs-Jahren der Cocktail-Kultur. „Ich nenne das gerne betreutes Trinken. Man sollte den Gast nicht einfach mit der Karte allein lassen“, sagt der Experte. Zu viele Zutaten könnten auch verwirren – und den Gast vielleicht zu einem Getränk führen, das er nicht mag. „Mit drei oder vier Fragen zu den Vorlieben beim Geschmack oder den Zutaten kann jeder Barkeeper zehn Cocktails anbieten, die garantiert gut ankommen.“

Leider oft eng mit dem Genuss alkoholischer Getränke verbunden ist der Kater am Morgen. Natürlich hat Kroll auch dafür ein paar Tipps. „Es hilft immer, vor der Feier ausgeschlafen zu sein und gut gegessen zu haben. Außerdem sollte zu jedem Drink mindestens die Hälfte an stillem Wasser dazu getrunken werden“, so der Experte. Schließlich wolle ja niemand am Silvesterabend das Feuerwerk verschlafen, weil er es bei den leckeren Getränken übertrieben hat.

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