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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 11:31 Uhr

Mit Hufsalbe trotzt Sarah dem Frost

vom

svz.de von
erstellt am 07.Feb.2012 | 11:32 Uhr

Rostock | Gartenstadt Die Hansestadt bibbert. Über Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius in der Nacht freuen sich lediglich einige der 250 Tierarten im Rostocker Zoo. „Nicht nur die Eisbären, auch Schneeleoparden, Rentiere, Rehe, Elche und selbst Seehunde fühlen sich bei diesem Wetter pudelwohl“, sagt Mario Schilling. Es scheint, als würden die Zweibeiner im Zoo am meisten frieren.

„Das kann sein“, sagt der Bereichsleiter Tierpflege. „Aber auch die Tiere aus Afrika sind sehr frostempfindlich.“ Deshalb steht zum Beispiel für Elefantenkuh Sara im Winter ein spezielles Pflegeprogramm auf dem Plan. Die Dickhäuterin wird nur stundenweise ins Freigelände gelassen und dafür speziell präpariert. „Wir cremen ihre Ohren und Füße mit einer Fettcreme ein“, berichtet Mario Schilling. Einen großen Familientopf Hufsalbe würde er für die großflächigen Ohren und Füße von Sara schon brauchen. „Elefanten haben keinen effektiven Wärmeschutz, sind auch nicht behaart. Deshalb würden sie sich an der frischen Winterluft schnell die Ohren verkühlen“, erklärt der Pfleger.

Bei so extremem Frost wie derzeit muss er auch bei anderen Tierarten erhöhte Vorsicht walten lassen. So können im Rostocker Zoo momentan auch die Antilopen nur stundenweise und unter Beobachtung ins Freie. „Spätestens wenn sie zittern, müssen sie wieder rein. Aber so weit lassen wir es eh nicht kommen.“ Gleiches gelte für die Grauhalskraniche, denen sonst die Füße einfrieren würden. Gibt es dafür keine speziellen Vogel-Strümpfe? „Solche Faxen wie Pullover oder Mützen für die Tiere gibt es bei uns nicht“, so Schilling energisch. Lieber lässt er die Tiere mit genügend Einstreu im Warmen überwintern. Das hätte zwar zur Folge, dass die Zoobesucher manche Tiere momentan gar nicht oder nur kurz sehen, aber da hofft der Zoo auf das Verständnis der Zweibeiner.

Sozusagen im Sommerurlaub am Innenpool befinden sich momentan auch die Humboldt-Pinguine. Die Tiere mussten ihr Außengehege verlassen, solange diese extremen Witterungsbedingungen anhalten. „Wir haben große Probleme mit den Eisflächen für die Wasservögel, die das Wasser für die Federpflege brauchen“, berichtet Mario Schilling. Deshalb müssten die Pfleger dem Eis auch schon mal in Handarbeit mit der Hacke zu Leibe rücken. Für die Humboldt-Pinguine sei die Eisfläche auf ihrem Außenpool auch deshalb gefährlich, weil sie sich darunter verirren und ertrinken könnten, erklärt der Tierpflege-Leiter. Die Wettervorhersage lässt darauf hoffen, dass der Zwangsurlaub im Gehege für die wärmegewöhnten Tiere bald endet.

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