Vorlesetag : Mit Fantasie neue Welten entdecken

Stücke seien für das Vorstellungsvermögen gemacht, sagt Prof. Holger Helbis. „Beim Vorlesen muss sich der Hörer alles selber vorstellen“, erklärt er. „Die Höflichkeit der Genies“ stand auf seiner Leseliste.  Fotos: josefine rosse
1 von 3
Stücke seien für das Vorstellungsvermögen gemacht, sagt Prof. Holger Helbis. „Beim Vorlesen muss sich der Hörer alles selber vorstellen“, erklärt er. „Die Höflichkeit der Genies“ stand auf seiner Leseliste. Fotos: josefine rosse

Innerstädtisches Gymnasium beteiligt sich an bundesweiter Aktion und gewinnt prominente Gäste als Mitwirkende

von
22. November 2014, 08:00 Uhr

Juliane Augustin liest am liebsten Fantasy-Romane. Richtig dicke Wälzer, die lange Geschichten erzählen. Da kann sie dem Alltag entfliehen und in ferne Welten abtauchen. Welten, die anders sind als das, „was man im realen Leben kennt“, erklärt Juliane. „Fantasy-Literatur erfordert viel Fantasie. Im Kopf entstehen mit der Geschichte Bilder, die nur ich gestalten kann“, so die Schülerin. Auf ihrer Hit-Liste stehen unter anderem die „Tintenwelt“-Trilogie von Cornelia Funke und die „Sturmkönige“-Trilogie von Kai Meyer.

Beim bundesweiten Vorlesetag gestern, an dem sich auch Julianes Schule, das Innerstädtische Gymnasium (ISG) beteiligte, konnten die Siebt- bis Zwölftklässler ihre persönlichen Bestseller vorstellen. „Wir sind bereits zum fünften Mal beim Vorlesetag dabei“, sagt Brigitte Reichler, die die Organisation für die Veranstaltung am ISG gemanagt hat. „Literatur, Medien und Sprache sind Kernkompetenzen im Abitur. Wir als höchste Bildungseinrichtung für Schüler haben die Verantwortung, dass Lesen seinen hohen Stellenwert behält“, betont Reichler. Darüber hinaus würde Lesen nicht nur bilden, sondern auch zur Ausbildung von Fantasie und Empathie beitragen. „Durch den Lesetag soll das Lesen aus seiner uncoolen Ecke geholt werden“, erklärt Reichler. Die Lesekompetenzen seien je nach Schüler unterschiedlich stark ausgeprägt. „Das Leseverhalten hat sich den neuen Medien angepasst. Es werden mittlerweile auch viele elektronische Bücher gelesen oder Hörbücher gehört“, konnte die Deutschlehrerin beobachten. Dabei hat sie festgestellt, dass vor allem die älteren Schüler gerne Kriminalliteratur lesen. „Die Schüler dürfen lesen, was sie wollen. Ich bin ja nicht der Papst, der sagt, was gut ist und was nicht. Die Freude am Lesen ist wichtig. Geschmack entwickelt sich“, erklärt Reichler.

Welchen Geschmack einige Rostocker Prominente haben, erfuhren die Gymnasiasten gestern in drei besonderen Unterrichtsstunden. Nicht nur Uwe Johnson-Experte Prof. Holger Helbig war zu Gast, sondern auch Uni-Rektor Prof. Wolfgang Schareck sowie Volkstheater-Intendant Sewan Latchinian. Letzterer überzeugte die achte Klasse mit seiner Interpretation einer Passage aus der Bühnenfassung von „Tschick“ nach Wolfgang Herrndorf.

„,Tschick’ spielt in einer achten Klasse. Es werden Themen angesprochen, die die Schüler betreffen“, so Latchinian. „Ich habe zugesagt, weil ich gerade den Jüngsten das gute alte Buch auf diese lebendige Weise des Vorlesens nahebringen möchte.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen