Fährführung : Mit einem Schritt nach Schweden

Karsten Scheibe und Stephan Bohnsack von der Seefahrtschule Hafen Rostock öffnen das 170 Meter lange Schiff für die Rostocker.  Fotos: Nicole Pätzold
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Karsten Scheibe und Stephan Bohnsack von der Seefahrtschule Hafen Rostock öffnen das 170 Meter lange Schiff für die Rostocker. Fotos: Nicole Pätzold

„Trelleborg“ kann dienstags und freitags besichtigt werden. Minimalbesatzung bleibt bis Ende Mai auf der Fähre in Rostock.

svz.de von
18. November 2014, 11:00 Uhr

Der Zweite Offizier Håkan Lindegren öffnet die eiserne Tür. Nur noch ein Schritt trennt den Rostocker Stadthafen vom schwedischen Hoheitsgebiet auf der „MS Trelleborg“. Die Fähre ist ab heute für Besucher geöffnet. Die Halle, in die Lindegren tritt, misst rund 150 Meter. Fünf Gleise führen hindurch, 650 Zugwaggons finden Platz. Eine Treppe führt in die Werkstatt und zu den großen Maschinen, dem Gebiet vom Zweiten Ingenieur Simon Marmander. Die „Trelleborg“ hat vier Maschinen, sagt er. Gerade stehen sie still.

Rund um den Stromgenerator, der auch am Kai die Versorgung reguliert, ist es heiß. 1850 Kilowattstunden Leistung bringt er. Die Temperaturen unter Deck schwanken sehr stark. Der Weg führt weiter vorbei an Hydraulik- und Klimaanlage, zu Wasserkühltanks und Sprinklersystemen. Auf einem riesigen Deck finden in der kombinierten Fähre mehr als 100 Autos Platz. Wie die Zugpassagiere gelangen auch diese Reisenden von dort in die Aufenthaltsräume. Achter- und Hauptbrücke bleiben normalen Fährgästen verschlossen. Die meiste Technik auf der Brücke ist noch von 1982 – dem Jahr, in dem die „Trelleborg“ gebaut wurde, sagt Lindegren. Die Patente seien dieselben geblieben. „Auf anderen Fähren sieht die Brücke nur moderner aus.“ Ihre Karten haben die Offiziere aber digital – und damit auch optisch auf dem neuesten Stand. Lindegren bleibt noch eine Woche an Bord. Dann geht es für zwei Wochen in seine Heimat Helsingborg, ehe er wieder nach Rostock kommt. Bei laufendem Betrieb sind 35 Besatzungsmitglieder auf der Fähre, gerade sind es neun. Die Reederei Stena Line parkt die „Trelleborg“ über die Wintermonate in Rostock. Die „Sassnitz“ reiche bis Mai auf der Strecke von Sassnitz nach Trelleborg, heißt es. Ob das und auch das weitere Schicksal der „Trelleborg“, über das die Crew nicht informiert ist, mit einer notwendigen Kraftstoffumrüstung bis 2015 in Verbindung steht, ist unklar. Für die Rostocker bedeutet der Aufenthalt einen exklusiven Blick. Die Seefahrtschule Hafen Rostock organisiert immer dienstags und freitags um 15 Uhr Führungen. Es geht von den Hauptdecks bis in die hintersten Winkel, so Karsten Scheibe von der Schule.

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