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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. August 2017 | 11:49 Uhr

Mit einem Pünktchen an die Spitze

vom

Auch wenn der FC Hansa am Sonnabend beim alles andere als berauschenden 1:1 gegen den SV Wacker Burghausen, dem ersten Unentschieden der Saison, keinen der 12 000 Zuschauer in der DKB-Arena vom Hocker riss – Rostock ist neuer Tabellenführer der 3. Fußball-Liga, weil sich der bisherige Spitzenreiter Offenbach, bereits morgen auswärts der nächste Gegner, als doch nicht unschlagbar erwies.

Erster war der FCH zuletzt nach dem 16. Spieltag der Saison 2006/07, damals allerdings in der 2. Bundesliga.

Ein Remis gegen Burghausen stellt nichts Neues dar: Obgleich die Mecklenburger den Oberbayern noch nie unterlagen, ging es doch auch in den vorher vier Duellen in der 2. Bundesliga stets knapp zu (2005/06 A 1:1, H 1:0, 2006/07 A 1:0, H 0:0).

Rostock begann zum vierten Mal in Folge mit der gleichen Start-Elf. Vom Anpfiff weg ließ das Niveau zu wünschen übrig. In einer höhepunktarmen, über weite Phasen langweiligen Begegnung fiel den Blau-Weißen zunächst nichts weiter ein, als direkt aus der Abwehr heraus mit weiten Bällen zu operieren. Die kamen aber meistens nicht an. Als dann Pannewitz im Mittelfeld leichtsinnig die Kugel einbüßte, ging es ruckzuck, und schon lag der Gastgeber im Rückstand (17.).

Bis auf einen Schuss von Lartey (26.) kam Hansa in der ersten Halbzeit zu keiner nennenswerten Chance – abgesehen von der, die zum Ausgleich führte. Wobei die eigentlich nichts weiter war als ein nicht 100-prozentig schlüssig erläuterbares Zufallsprodukt. Kurioserweise führt ausgerechnet einer dieser an sich nicht allzu tauglichen langen Bälle zum 1:1: Keeper Vollath leitet einen Angriff der Gäste ein. Wiemann schlägt das Gerät unverzüglich zurück. In diesem Moment steht Schied klar im Abseits. Doch Sekundenbruchteile später funkt der Burghausener Hertl mit dem Kopf dazwischen.

Schiedsrichter Fischer wertet dies als neue Spielsituation. So läuft Schied auf einmal ganz allein auf Vollath zu, umkurvt ihn und schiebt die Kugel in Richtung Tor. Brucia rauscht heran, scheint noch retten zu können, verhilft dem Ball letztlich aber nur endgültig über die Linie. Ein polarisierender Treffer.

FCH-Trainer Peter Vollmann unmittelbar nach dem Abpfiff: „Ich habe keine Idee, wie es dazu kam, habe nur gesehen, dass er auf einmal drin war.“ Sein Kollege Mario Basler: „Meiner Meinung nach kriegen wir ein Tor aus dem Abseits.“ Dem muss man sich wohl, objektiv betrachtet, anschließen.

Auch nach der Pause war den Ostseestädtern Kreativlosigkeit eigen. Sie durften sich bei Schlussmann Hahnel bedanken, nicht erneut in Rückstand zu geraten, denn er klaubte einen gewaltigen Hieb von Schmidt mit glanzvoller Tat gerade noch aus dem Winkel (67.).

Zum Ende hin investierten die Hansestädter noch mal in Angriffslust, doch es blieb bei der gerechten Punkteteilung. Wobei Fischer nach nur zwei Minuten Nachspielzeit abpfiff – obwohl die Rostocker soeben ihren vierten Eckball herausgeholt hatten (da er nicht mehr zur Ausführung kam, insgesamt 3:5) und allein die Versorgung des verletzten Burghauseners Omodiagbe deutlich länger dauerte als 120 Sekunden (57. bis 60.).

Trainer Peter Vollmann

Wir fanden heute nicht zu unserer Leistung. Wir bekamen es mit einem sehr disziplinierten Gegner zu tun, der auch ein Tor machte und sich daran hochzog. Bei uns waren sehr viele Fehler und schlampige Dinge drin. Insgesamt ist uns alles ein bisschen schwer gefallen. In der zweiten Halbzeit hat sich trotz des 1:1 kurz vor der Pause nicht viel verändert. Wir machten immer wieder zum schlechtesten Zeitpunkt das Falsche. Man muss sich aber auch mal mit so einem Spiel abfinden. Das Ergebnis hat sich heute von Anfang an abgezeichnet. Wir haben nicht gut gespielt und müssen schon noch den einen oder anderen Satz im Einzelgespräch verlieren. Aber ich bin optimistisch, dass wir am Dienstag auch in Offenbach was holen.

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erstellt am 19.Sep.2010 | 05:39 Uhr

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