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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 06:53 Uhr

Mit der Tauchschule zum Glück

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Zwei Rostocker erfüllen sich auf der spanischen Insel einen Lebenstraum. Eine Rückkehr in die Hansestadt steht nicht zur Debatte.

Eine eigene Tauchschule auf der Atlantikinsel La Palma er-öffnen – Manche Menschen mögen davon träumen, aber Georg Maghon (53) und Barbara Wolters (54) haben es getan: Die Rostocker Biologen führen bereits seit Dezember 2005 die eigene Tauchbasis „Tauchpartner La Palma“ auf der nordwestlichsten Kanareninsel. „Wir haben hier eine sechs-Tage-Woche und arbeiten bis zu zwölf Stunden am Tag – aber es macht uns großen Spaß“, erklären sie in ihrem 230-Quadratmeter-Geschäft an der Strandpromenade von Puerto Naos – einem ruhigen Badeort mit palmengesäumten Straßen und kilometerlangem Atlantikstrand.

Die beiden Rostocker bieten auf La Palma nicht nur komplette Tauchausbildungen vom Schnupperkurs bis zum Dive Master an. Sie begleiten ihre Tauchschüler auch zweimal täglich in das 20 bis 25 Grad Celsius warme Küstenwasser, um ihnen exotische Tiere wie Rochen, Barracudas, Meeresschildkröten und Tigermuränen vor der Insel zu zeigen.
„Wir haben in manchen Jahren an die 1000 Tauchgäste“, erzählt Georg Maghon.

Der studierte Meeresbiologe und langjährige Geschäftsführer des Rostocker Forschungsverbundes Mecklenburg-Vorpommern war im Dezember 2005 mit seiner Lebenspartnerin auf die spanische Insel der Vulkane, Drachenbäume und Bananenplantagen ausgewandert. Vorher hatte er unter anderem die biologische Bodensanierungsanlage in Neubukow aufgebaut und sich nebenbei in der Reriker Bürgerinitiative „Wir am Salzhaff“ engagiert. „Aber ich wollte mit dem Tauchen Geld verdienen“, erklärt der ehemalige Rostocker – und Barbara Wolters nickt. Die einstige Leiterin des Rostocker Kompostwerkes und anschließende Mitarbeiterin des Forschungsverbundes kümmert sich auf La Palma um die Buchhaltung, Organisation, Werbung und Unterkunftsvermittlung der gemeinsamen Tauchschule. Doch so leicht sich das jetzt anhört – der Start war nicht einfach, erzählen die beiden.

„Die Bürokratie ist auf La Palma sehr ausgeprägt, alles dauert hier viel länger als in Deutschland“, sagt Barbara Wolters. Viel Zeit für lange Strandspaziergänge bleibe ihr deshalb nicht – und das norddeutsche Essen mit Grünkohl, Rollmops oder Schwarzbrot vermisse sie manchmal auch. Eine dauerhafte Rückkehr nach Rostock sei vorerst trotzdem nicht geplant. „Rostock ist wirklich sehr schön, aber hier können wir ganzjährig tauchen – und eben auch davon leben“, betonen die beiden Auswanderer.

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