Rostock : Ministerium besiegelt das Aus für die Heinkel-Mauer

Noch immer ist das Schicksal der Heinkel-Mauer an der Lübecker Straße nicht geklärt.
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Die Heinkel-Mauer an der Lübecker Straße.

Jahrelang wurde um die Heinkelmauer in Rostock gestritten. Nun hat Bauminister Pegel ein Machtwort gesprochen.

svz.de von
03. Mai 2017, 19:08 Uhr

Jetzt ist es amtlich: Die denkmalgeschützte Heinkel-Mauer auf dem Rostocker Werftdreieck darf abgerissen werden. „Nach Prüfung und Abwägung der vorgetragenen Belange liegen keine gewichtigen Gründe des Denkmalschutzes vor, die für die unveränderte Beibehaltung des bisherigen Zustandes sprechen“, teilte das Schweriner Bauministerium gestern mit und beendete damit das jahrelange Tauziehen um die etwa 80 Meter lange, baufällige Backsteinmauer.

Mit der Entscheidung überstimmt das Ministerium den Landesdenkmalschutz, der  trotz zu erwartender Kosten von rund zwei Millionen Euro für den Erhalt der Mauer  gestimmt hatte. Sie stellt eines  der letzten Überbleibsel der ehemaligen Heinkel-Flugzeugproduktion dar und steht auf einem Gelände, das vom kommunalen Wohnungsunternehmen Wiro gekauft wurde und mit einem neuen Wohngebiet bebaut werden soll.

Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) begrüßte die Entscheidung aus Schwerin. Jetzt sei es eine der großen Aufgaben – auch in Übereinstimmung mit der Bürgerschaft – die Rostocker Luftfahrtgeschichte vernünftig zu präsentieren. „Mein Traum ist weiterhin, dass alle Flugzeuge von Heinkel im Maßstab 1:1 auf dem Dach von Edeka in der Neptun-Werft stehen – und auf dem Vorbau ein Verkehrsflugzeug“, so Methling.

Ähnlich wie im Fall des künftigen Archäologischen Landesmuseums könne er sich mit Blick auf das Rostocker Doppeljubiläum von Stadt und Universität auch vorstellen, ein Technologiemuseum einzurichten und dessen Leitung mit einer Professur an der Rostocker Hochschule zu verknüpfen.

Konkreter sind dagegen schon die Ideen für die Gestaltung des Stadthafens. Vor dem Wirtschaftsrat der CDU präsentierte Methling gestern erste Ergebnisse einer Studie zur Entwicklung des Areals, die kommende Woche als Informationsvorlage auch an die Mitglieder der Rostocker Bürgerschaft geschickt werden soll. Sie enthält verschiedene Varianten. So zum Beispiel ein Parkhaus auf der ehemaligen Schotter-Fläche, die gerade gepflastert werden soll. Eine zweite Variante ist ein Maritimes Zentrum im Stadthafen als Außenstelle des Archäologischen Landesmuseums, das im Gebäude der Societät entsteht und einen Anbau im Rosengarten erhält. „Für ein solches Zentrum könnte der Christinenhafen um 70 oder 80 Meter in Richtung Osten verlängert werden, sodass ein Plateau entsteht“, nennt Methling Details  der Studie, von deren Ergebnissen  er sich eine weitere Erhöhung von Rostocks Strahlkraft verspricht.

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