Online-Umfrage : Minister will späteren Schulbeginn

Endlich länger schlafen – aber zu Hause: Das wünschen sich Minister Pegel und Schlafforscher.
Endlich länger schlafen – aber zu Hause: Das wünschen sich Minister Pegel und Schlafforscher.

Christian Pegel (SPD) hat eine Verlagerung um gut eine halbe Stunden nach hinten gefordert. Er will damit erreichen, dass Busse und Bahn nicht mehr parallel verkehren.

svz.de von
15. November 2014, 05:00 Uhr

Längeres Ausschlafen für Schüler: Zur Vermeidung von Doppelverkehr im öffentlichen Personennahverkehr in MV hat Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) eine Verlagerung des Schulbeginns von derzeit 7.30 Uhr auf 8 Uhr oder 8.15 Uhr gefordert. Derzeit würden Busse und Bahn oft parallel verkehren. Angesichts der schwieriger werdenden Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs müssten „teure Doppelungen aber vermieden werden“ und Schüler auch die Bahn nutzen können, sagte er. Derzeit erhalte das Land jährlich 242 Millionen Euro für den Schienenpersonennahverkehr in MV – zu wenig, um die Kostensteigerungen auszugleichen. Da sei eine Abstimmung des Schulbeginns mit den Verkehrsangeboten „volkswirtschaftlich vernünftig“, meinte er. Ihm sei aber auch klar: „Vor allem in Schulkonferenzen müssen ganz dicke Bretter gebohrt werden.“

Und so beißt Pegel bei Elternvertretern und Bildungsexperten auf Granit: Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) sieht keinen Änderungsbedarf. Die bisherigen Regelungen, die einen Zeitkorridor von 7.30 bis 8.30 Uhr vorsehen, reichten aus, erklärte er. Über eine Verlegung des Schulbeginns müssten die Schulen und Träger der Schülerbeförderung entscheiden. Damit ist kaum zu rechnen: Elternräte in laufen Sturm. Der Schulbeginn um 7.30 Uhr habe sich die letzten Jahrzehnte bewährt, meinte Rainer Schiffel, Stadtelternrat in Schwerin. Eine Verschiebung aus betriebswirtschaftlichen Gründen komme nicht in Frage. Ein Beginn um 8 Uhr würde den Unterricht in den Nachmittag schieben, lehnte Claudia Metz, Vorsitzende des Landeselternrates, ab. Schulessen, Nachmittagsangebote, Lehrerfortbildungen – alles könnte später erfolgen. Schiffer: „Das ist nicht praktikabel.“ Das würde den Biorythmus der Kinder durcheinanderbringen, so Metz. Außerdem seien Schüler am Nachmittag nicht mehr so leistungsfähig. Das sehen Schlafforscher anders: Sie warnen seit Jahren vor einem zu frühen Schulbeginn. Die Kinder seien um diese Uhrzeit nur bedingt leistungsbereit. Metz plädiert indes dafür, die Bahn in die Schülerbeförderung einzubeziehen, auch wenn auf den Strecken Busse fahren würden.

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