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Flughafen Laage : Minister Pegel ermutigt Airport-Chef

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Antrittsbesuch mit Hoffnung im Gepäck – Geldgeber führen intensive Gespräche

Antrittsbesuch beim Sorgenkind: Der neue Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) hat sich gestern den Flughafen Laage angeschaut. Dessen Rettung beschäftigte ihn schon vor dem Amtsantritt. Gestern hatte Pegel aber Hoffnung im Gepäck. „Es scheint, als würde der Effekt, den wir mit der Erhöhung der Landeszuschüsse erzeugen wollten, auch einsetzen“, sagt er. Und das ist auch nötig, denn mit 180 000 Passagieren blieb der Flughafen 2013 hinter den Erwartungen zurück. „Durch die Insolvenz der Airlines XL und Sky, für die wir ja nichts können, sind uns etwa 55 000 Passagiere weggebrochen“, rechnet Flughafenchef Carsten Herget vor. Er könne die Formulierung „hoch defizitär“ in Zusammenhang mit seinem Airport nicht mehr hören. „Kein deutscher Regionalflughafen trägt sich von allein“, sagt er. Und auch wenn das erwartete Minus von 2,3 Millionen Euro mit 2,65 Millionen übertroffen wurde, „sind wir damit in Deutschland der Regionalflughafen mit dem geringsten Verlust“, so Carsten Herget.

Einer der wichtigsten Kunden ist eine Tochterfirma der Lufthansa namens Pilote Training Network (PTN), die in Laage Verkehrspiloten ausbildet. „Bisher waren es 140 pro Jahr, doch 2014 kommen noch angehende Piloten aus der Türkei und Afrika dazu“, sagt Carsten Herget. Er wisse bereits, dass PNT am Standort weitere Flugsimulatoren aufstellen will. „Die aktuellen Entwicklungen sind deshalb ein wichtiges Signal – nur bei einem betriebenen Flughafen lohnt es sich, langfristig Investitionen zu tätigen“, sagte Christian Pegel.

Da die Nachwuchs-Piloten für ihre Ausbildung zwischen sechs und acht Monate in Laage bleiben, hätte die PNT auch den Wunsch nach einem Schulungszentrum mit angrenzender Herberge geäußert. „Das würde rund zwei Millionen Euro kosten und wir haben dafür nicht das Geld. Aber vielleicht gibt es ja eine Perspektive mit einem externen Investor. Gelände ist genug vorhanden“, blickt Carsten Herget voraus. Er besprach mit dem Minister auch die anstehenden Investitionen. Zwei dringende Maßnahmen müssten noch 2014 umgesetzt werden: „Unser Instrumentenlandesystem ist bereits 20 Jahre alt und wir bekommen keine Ersatzteile mehr dafür. Da brauchen wir dringend ein neues“, so Herget. Doch solch ein System kostet – rund 2,2 Millionen Euro.

Außerdem steht ein Leichtflüssigkeitsabscheider für 1,5 Millionen Euro auf der Investitionsliste. Er ist nötig, damit beim Tanken Öl oder Benzin nicht in die Kanalisation gelangen. Für beide Anschaffungen wurden Förderanträge beim Wirtschaftsministerium gestellt. Weiterhin soll die auf dem Gelände liegende Tankstelle so umgerüstet werden, dass Piloten von Kleinflugzeugen die Möglichkeit geboten wird, selbst zu tanken. „Das spart Personaleinsatz und macht die Piloten unabhängiger“, weiß der Flughafenchef. Er ist froh, wenn mit den verfügbaren Finanzen diese Vorhaben umgesetzt werden können. Wünsche hat er aber noch: „Die Halle für unsere Fahrzeuge ist nicht gedämmt. Bei einem harten Winter frieren uns da die Hydraulikleitungen ein“, so Herget. Letztes Jahr hätte ihn das 20 000 Euro gekostet.

Carsten Herget freut sich, dass er jetzt erst einmal eine gewisse Planungssicherheit hat. Und über dem Regionalflughafen mit seinen insgesamt 116 Mitarbeitern, davon 40 fest angestellt, nicht mehr das Damoklesschwert der Insolvenz schwebt. Einen weiteren Schwerpunkt setzt er deshalb auf die Ausbildung: In Laage könnte der Nachwuchs nicht nur den Beruf des Luftverkehrskaufmannes erlernen. „Wir bilden auch in den Bereichen Luftsicherheit und Luftfrachtsicherheit aus – und das bundesweit, zum Beispiel komplett für den Regionalflughafen Kassel-Calden“, so Carsten Herget. Die vorerst gesicherte Finanzierung wäre ganz besonders auch für die Gespräche mit den Airlines wichtig, um zu zeigen, dass sie weiter auf den Flughafen Laage setzen können. „Germania möchte sogar ein eigenes Flugzeug hier stationieren und auch die Wartung hier machen lassen – dafür brauche ich aber einen Platz im Hangar“, so Herget.

Minister Christian Pegel wird sich weiter intensiv mit dem Flughafen beschäftigen und dazu auch Gespräche mit Wirtschaftsvertretern führen. Den Wunsch vieler Kreistagsmitglieder, das Land möge doch Gesellschafter werden, schließt er kategorisch aus: „Weil im Flughafen jede Menge Fördermittel von Bund und EU drinstecken, das sind viele, viele Millionen“, sagte er. Wenn das Land Mitgesellschafter würde, müsste ein erheblicher Teil davon zurückbezahlt werden, da der Staat sich nicht selber fördern darf. „Außerdem können wir auch als Nicht-Gesellschafter genauso dicht an der Seite des Flughafen stehen“, so der Minister.

 

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erstellt am 18.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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