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Norddeutsche Neueste Nachrichten

11. Dezember 2017 | 08:50 Uhr

Millionen-Verzicht für das Theater

vom

svz.de von
erstellt am 14.Dez.2012 | 08:12 Uhr

Rostock | Im Ringen um einen Haustarif für die rund 280 Mitarbeiter des Rostocker Volkstheaters gibt es ein erstes Angebot. Die Gewerkschaften der Bühnenangestellten erklären sich bereit, einem Verzicht zuzustimmen, der dem Stadttheater langfristig 6,2 Millionen Euro bringt. Auf fünf Jahre soll der Haustarif angelegt sein, nach dem alle Mitarbeiter im Bühnenbereich auf einen gewissen Prozentsatz ihres Einkommens verzichten. Das ist das Ergebnis der vergangenen Gesprächsrunde am Mittwoch. Dabei trafen die Theaterleitung und der Deutsche Bühnenverein auf Arbeitgeberseite mit der Deutschen Orchestervereinigung (DOV), der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger und der Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer auf Arbeitnehmerseite zusammen. Die Gewerkschaft Verdi sitzt nach dem Austritt der Theater GmbH aus dem Kommunalen Arbeitgeberverband nicht mehr am Verhandlungstisch.

"Die Belegschaft würde damit den Löwenanteil des auszugleichenden Defizits schultern", teilen die Gewerkschaften mit. Sie sprechen von zwei Dritteln des Fehlbetrags. Sie knüpfen ihr Angebot aber auch an Bedingungen. So müsse die Stadt die dennoch bestehende Unterfinanzierung ausgleichen und den Neubau voranbringen. Darüber hinaus fordern die Gewerkschaften, dass das Volkstheater in seiner jetzigen Struktur erhalten bleibt, und erteilen Fusionsüberlegungen damit eine Abfuhr. "Wenn man so ein Angebot macht, möchte man sicher sein, dass man nicht die Katze im Sack kauft", sagt DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens. Bei den Verhandlungen gingen die Gewerkschaften daher immer davon aus, dass das Volkstheater ein eigenständiges Mehrspartenhaus bleibe. Sollte sich durch die derzeit laufende Landesdebatte zur Theaterlandschaft in MV diese Struktur des Hauses ändern, gebe es keine Grundlage für den Haustarif. In solch einem Fall drohen Kündigungen. "Die Hansestadt Rostock muss endlich eine klare Perspektive entwickeln", sagt Mertens. In Rostock, so sein Eindruck, ändere sich die Haltung der Stadtverwaltung und der Bürgerschaft beinahe wöchentlich. Nach dem Angebot der Belegschaft sieht er die Stadt im Zugzwang.

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