Millionen-Hilfe für Hansa: Bürgerschaft will vertagen

Statement für Hansa: Mehrere hundert Rostocker bekunden vor dem Rathaus ihre Solidarität. Unter dem Motto „Rostock sagt Ja zum FCH“ fordern sie die Bürgerschaft zum Handeln auf. Georg Scharnweber
Statement für Hansa: Mehrere hundert Rostocker bekunden vor dem Rathaus ihre Solidarität. Unter dem Motto „Rostock sagt Ja zum FCH“ fordern sie die Bürgerschaft zum Handeln auf. Georg Scharnweber

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03. Mai 2012, 08:17 Uhr

Rostock | Das Zittern um die Zukunft des FC Hansa geht in die Verlängerung. Einiges spricht dafür, dass die Rostocker Bürgerschaft nicht wie geplant auf ihrer Sitzung am 9. Mai über finanzielle Hilfen für Hansa entscheidet.

"Es ist durchaus möglich, dass dieses Thema kein Gegenstand der Tagesordnung sein wird", sagt Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU). Anfragen von einer Fraktion seien an sie herangetragen worden, die im Vorfeld besprochen werden müssten. Demnach gebe es in einigen Punkten noch Klärungsbedarf. Laut Jens muss der FC Hansa Unterlagen und Stellungnahmen beibringen, damit die Beschlussvorlage für die Bürgerschaft detailliert erarbeitet werden kann. Zudem möchte die nachfragende Fraktion eine Stellungnahme des Finanzamtes.

Am Montag trifft sich die Bürgerschaftspräsidentin mit Vertretern der Fraktionen sowie des Finanzausschusses. "Erst danach können wir festlegen, ob der Informationsstand ausreicht, um am 9. Mai über Hansa zu beraten", so Jens. Sollte dieser Termin nicht zu halten sein, will sie umgehend eine Woche später eine Sondersitzung der Rostocker Gemeindevertreter ansetzen. Dann würde am 16. Mai über die Zukunft des FC Hansa entschieden.

Die Stadtvertreter sollen über eine Finanzspritze in Höhe von 750 000 Euro und den Ankauf eines in Hansa-Besitz befindlichen Sportgeländes abstimmen. Insgesamt geht es um knapp eine Million Euro. Das Land Mecklenburg-Vorpommern und zwei Banken haben bereits einem Teilerlass der Außenstände zugestimmt. 4,5 Millionen Steuerschulden aus den Jahren 1999 bis 2001 lassen den Club vor dem Bankrott stehen.

Nach Aussage des Hansa-Vorstandsvorsitzenden Bernd Hofmann drohen bei einer Ablehnung des gesamten Pakets die Insolvenz und der Zwangsabstieg in die 4. Liga. Ihm sei unbekannt, dass die Bürgerschaft am 9. Mai nicht über die Hansa-Problematik debattieren werde, so Hofmann. "Wie abgesprochen haben wir alle Unterlagen zur Verwaltung der Hansestadt Rostock geschickt. Von dort sollten sie an die Fraktionen verteilt werden", sagt der Vorstandschef. Seines Wissens nach sei das auch so geschehen. "Wir haben angeboten, am 8. Mai eine Informationsveranstaltung für alle Mitglieder der Bürgerschaft abzuhalten, in der sie alle Fragen stellen können. Auch unser Wirtschaftsprüfer wird daran teilnehmen."

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