Millionen-Auftrag geht nach Rostock

<strong>Eine neue Werft </strong>planen Rostocker Architekten, Ingenieure und Maschinenbauer in Turkmenbashi am Kaspischen Meer. Die Grafik zeigt eine Layout-Studie für den Schiffneubau- und Reparaturbetrieb.<grafik>zvs%_sport-fett_%%__sport-fett_%</grafik>
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Eine neue Werft planen Rostocker Architekten, Ingenieure und Maschinenbauer in Turkmenbashi am Kaspischen Meer. Die Grafik zeigt eine Layout-Studie für den Schiffneubau- und Reparaturbetrieb.zvs%_sport-fett_%%__sport-fett_%

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14. Juni 2012, 08:56 Uhr

Rostock | Zwei Rostocker Unternehmen haben einen millionenschweren Auftrag an Land gezogen: Im zentralasiatischen Turkmenistan planen und überwachen Fachleute von Inros Lackner und IMG eine neue Werft für Schiffbau, Schiffsreparaturen und Offshore-Industrie. "Das Besondere daran ist: Erstmals betreuen wir so ein Projekt von der grünen Wiese bis zur Schlüsselübergabe", sagt Projektleiter Torsten Retzlaff von Inros Lackner. Das Ingenieurunternehmen ist federführend für die Planung der Werft und Beratung der Auftrageber zuständig. IMG übernimmt die technologische Planung und das Organisationskonzept des Schiffbaubetriebs.

Bis zu 2000 Mitarbeiter sollen auf der Anlage arbeiten

Auftraggeber für das Großprojekt am Rande des Seehafens Turkmenbaschi am Kaspischen Meer ist der staatliche Dienst für den See- und Binnenschiffsverkehr Turkmenistans. Das Investitionsvolumen bis zur Endausbaustufe beträgt etwa 240 Millionen Euro. In drei Jahren soll die Werft laut Retzlaff ihren Betrieb aufnehmen. Bis zu 2000 Mitarbeiter sollen später dort arbeiten.

Doch bis es so weit ist, muss das Projekt zahlreiche komplexe Planungsschritte durchlaufen. "Im Moment stecken wir in der Konzeptentwicklung", sagt Retzlaff. Das heißt konkret: Die Planer sondieren, welche Schiffstypen vor Ort gebaut und rapariert werden müssen, welche Infrastruktur und welches Personal dafür notwendig ist.

Offshore-Strukturen sind gefragt

Schon jetzt ist klar: "Es soll eine Werft entstehen, die im Schiffbau und bei Reparaturen breit aufgestellt ist", sagt Retzlaff. Denn bisher wurden die Reparaturen und Durchsichten aller Schiffe Turkmenistans in ausländischen Werften durchgeführt, wie Uwe Lemcke, Vorstandsvorsitzender von Inros Lackner, erklärt. "Außerdem sind Offshore-Strukturen für die Gas- und Ölindustrie gefragt", sagt Retzlaff.

Der Projektleiter, der auch die Vertragsverhandlungen vor Ort geführt hat, wird in den kommenden Jahren selbst häufig nach Turkmenistan reisen. "Ich war beeindruckt von der offenen und freundlichen Atmosphäre", so Retzlaff. "Besonders erfreulich ist aus meiner Sicht, dass das Land sein Augenmerk jetzt auf das produzierende Gewerbe legt", sagt er. Neben dem Export von Erdgas, Erdöl und Raffinerieprodukten werde auch der Tourismus- und Industriesektor entwickelt. "In dem Werftprojekt liegt somit eine Zukunftsperspektive für das wirtschaftlich aufstrebende Land", so der Geschäftsbereichsleiter für Wasserbau und Hafenlogistik. Auch der Projektpartner, das Rostocker Ingenieurtechnik- und Maschinenbauunternehmen IMG, freut sich über den Auftrag: "Dieser Großauftrag ist für uns ein wichtiger Erfolg. Er zeigt, dass unsere Ingenieurdienstleistungen ein hohes Ansehen im Ausland genießen", sagt Dietrich Bruhns, der verantwortliche Projektleiter bei IMG.

Erfahrungen von Warnemünde bis Pakistan gesammelt

Das Unternehmen hat als Systemlieferant für Fertigungs- und Transportanlagen bereits Erfahrung bei internationalen Werftneubauten. So arbeiteten IMG-Fachleute unter anderem in Russland, Polen, in den USA, China, Indien, Vietnam, Portugal, der Türkei, Estland und Litauen. Auch Inros Lackner kann in seiner 75-jährigen Geschichte auf verschiedene Werftbauprojekte zurückblicken. Dazu gehören Werft-Erweiterungen in Emden, dem ägyptischen Alexandria sowie im pakistanischen Karachi. Auch an den heimischen Werften Warnemünde, Wismar und Stralsund waren die Planer von Inros Lackner beteiligt.

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