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Anlage zeigt Eindrücke der Zeit des Kalten Krieges : Militär-Bunker zum Museum umgewandelt

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erstellt am 16.Aug.2012 | 11:33 Uhr

Es herrschen düstere Aussichten im Bunker 302, Eichenthaler Weg 7, in Eichenthal. Zwischen Bad Sülze und Tribsees liegt eine geheimnisvolle Anlage in der Erde versteckt. Als Relikt des Kalten Krieges findet sich hier der letzte Ausläufer des geheimen Kommunikationsnetzes des Warschauer Paktes: die unterirdische Funkstation, die für einen Atomkrieg konstruiert wurde.

1983 begannen NVA-Baupioniere mit dem Bau der geheimen Bunkeranlage, die gegen jede Art von atomaren, biologischen und chemischen Angriffen Schutz bieten sollte. Der zweigeschossige Bau war speziell gesichert und konnte hermetisch abgeschlossen werden. Im Fall eines atomaren Angriffs hätten maximal 30 Personen unter völligem Abschluss 24 Stunden überleben können, um den Betrieb der Nachrichtentechnik aufrechtzuerhalten. 1986 wurde die Anlage fertiggestellt. Das gesamte System konnte 1989, kurz vor der Wende, in Betrieb genommen werden. Mit dem Austritt der DDR aus dem Warschauer Vertrag im Jahre 1990 und dem Zusammenbruch des sowjetisch dominierten Militärbündnisses wurde das System überflüssig und zu einem historischen Überrest einer untergegangenen Epoche. Der Troposphären-Funkbunker (TFB) 302 ist in Mecklenburg-Vorpommern einzigartig. Zwei weitere Exemplare sind in Bad Freienwalde und Königsbrück bei Dresden gebaut worden.

Mit der politischen Wende militärisch sinnlos geworden, wird der TFZ 302 im Jahre 2006 zur Museumsstätte. In der strategischen Nachrichtenzentrale wird durch eine simulierte Gefechtssituation das gewaltige Szenario des Atomkriegs allgegenwärtig inszeniert. Die letzten Sekunden werden angezählt. Die Atmosphäre verführt mit realistischer Präzision direkt in den nuklearen Weltuntergang mit Nervenkitzel. In der Nachrichtenzentrale ist der Besucher auf Sendung. Die Kommandosprache ist Russisch. Er erlebt den unverschlüsselten Funkverkehr zwischen Raketenzielzuweiser und Steuermann. Dieses Spezialbauwerk erschließt sich Besuchern von selbst und wird in Reiseführern als Insider-Tipp gehandelt. Eine Führung ist eigentlich nicht notwendig, da jedes Aggregat, jede Pumpe und Turbine bei Betreten des Raumes in Funktion geht. Die Besichtigungen und Führungen werden in deutscher und in englischer Sprache durchgeführt.

Entsprechende Kleidung, festes Schuhwerk und eine Jacke sind notwendig, denn es herrschen ganzjährig Temperaturen von zirka acht bis zehn Grad Celsius. Im Hochbunker ist eine Sonderausstellung zu sehen und für Bildungsprojekte stehen Seminarräume zur Verfügung. Von 10.30 Uhr bis 18 Uhr hat der Bunker täglich geöffnet.

Kontakt: Telefon 038320/ 64 98 66

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