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Aus dem Gerichtssaal : Mildes Urteil für Hansa-Chaoten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Nach Randale bei Heimspiel gegen Halle: Berufungskammer bestätigt Bewährungsstrafe für Alexander P.

Hansa-Fan Alexander P. (34) hatte gestern ein riesiges Glück: Er konnte als freier Mann den Gerichtssaal verlassen. Nach einem Heimspiel gegen Halle am 26. Oktober 2013 war es am Hauptbahnhof zu regelrechten Straßenschlachten mit der Polizei gekommen. Alexander P. mischte kräftig mit. Selbst als er bereits von zwei Polizisten festgehalten wurde, trat er auf einen anderen Beamten ein. Nach Beruhigung der Situation beschimpfte er die Ordnungshüter, wobei „Wichser“ noch das harmloseste Wort war. Wegen versuchter Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung verurteilte ihn das Amtsgericht Rostock zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Aber die Staatsanwaltschaft Rostock legte ihr Veto ein, forderte eine Haftstrafe.

Vor der Berufungskammer des Landgerichts beantragte die Verteidigung gestern, dass das bestehende Urteil Bestand haben sollte. Sie verwies auf eine günstige Sozialprognose ihres Mandanten, der sich „in die Gesellschaft eingefügt“ habe. Und Alexander P. wiederholte sein Geständnis. Allerdings stand eine Vielzahl von Verurteilungen des Angeklagten dagegen – das Hauptargument der Staatsanwälte. Der 34- Jährige war schon in jungen Jahren zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Darunter wegen gemeinschaftlichen Diebstahls, Körperverletzung, Verstoßes gegen das Waffengesetz, Kennzeichenmissbrauchs und sogar wegen Herbeiführung einer versuchten Sprengstoffexplosion. 2012 kam er wieder in Freiheit, wurde aber unter Führungsaufsicht gestellt.

Der Angeklagte hatte neben der Verteidigerin auch seine Bewährungshelferin auf seiner Seite. Den geforderten monatlichen Kontakt würde Alexander P. pünktlich einhalten. Seit zwei Jahren nimmt er an einer geförderten Umschulungsmaßnahme in einem großen Rostocker Betrieb teil, die im August endet. „Mein Mandant hat aus der Vergangenheit gelernt“, sagte auch die Verteidigerin. Dem Alkohol, der ihn bislang bei allen Taten begleitete, habe er abgeschworen. Das Gericht folgte der Verteidigung und wies den Antrag der Staatsanwaltschaft zurück. Es wertete das redliche Bemühen des Angeklagten um Normalität im gesellschaftlichen Leben zu seinen Gunsten, ohne die „heftigen Straftaten in der Jugendzeit“ unter den Tisch fallen zu lassen. „Aber dieses Urteil ist kein Freibrief für den sich landauf, landab eingeschliffenen Umgang mit unseren Beamten, die Angriffen und sogar Bespucken ausgesetzt sind, aber doch unser aller Sicherheit garantieren sollen", so der Richter.

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