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21. November 2017 | 02:08 Uhr

Mikado-Kunst im Zuse-Haus

vom

svz.de von
erstellt am 24.Feb.2012 | 10:44 Uhr

Rostock | Acht Meter hohe schwarze und weiße Porzellanstücke türmen sich majestätisch wie gigantische Mikadostäbchen im Atrium eines riesigen kirschroten Gebäudes auf. Was wie Zukunftsmusik klingt, ist das Sieger-Konzept für Kunst im Rostocker Konrad-Zuse-Haus. Der Betrieb für Bau und Liegenschaften hat den Wettbewerb "Kunst am Bau" für vier Projekte im Zusammenhang mit Baumaßnahmen der Universität Rostock ausgeschrieben.

Skulptur lehnt sich an Informatik an

Im Konrad-Zuse-Haus auf dem Südstadt-Campus sind das Institut für Informatik, das Rechenzentrum und das Audiovisuelle Medienzentrum untergebracht. Im August vergangenen Jahres wurde das 4200 Quadratmeter große Gebäude eingeweiht. "Jetzt freut es mich, dass wir den Campus Südstadt durch so wunderbare Kunst gestalten können", sagt Unirektor Wolfgang Schareck.

Mehr als 100 Projektentwürfe aus ganz Deutschland sind für die Kunst im Atrium des Konrad-Zuse-Hauses im vergangenen Jahr eingegangen. Zehn Entwürfe schafften es in die engere Auswahl. Ein gigantischer Abakus oder auch ein Avatar einer jungen Frau waren darunter.

Die Anspielung auf die Informatik, die Jutta Albert aus Lübstorf wählte, ist unterschwelliger. Schwarz und Weiß stehen für die Nullen und Einsen der Programmiersprache. Und was wie Mikadostäbchen wirkt, entpuppt sich bewusst erst bei weiterer Betrachtung als Kabelkonstrukt, das mitten im Raum endet. "Das steht für das Verschwinden von sichtbarer Technik", sagt Informatik-Professor Andreas Heuer. Im unteren Geschoss des Konrad-Zuse-Hauses seien noch große Geräte mit Kabeln untergebracht. Im dritten Stock, wo die Kabel enden, seien die modernen Forschungslabore mit Drahtlosverbindungen. Dass Albert diesen Aspekt in ihr Werk einarbeitet, beeindruckt Heuer. Er saß zusammen mit Künstlern und Architekten in der Jury, hat über zehn qualitativ besonders hochwertige Projekte entschieden. "Das ist schon eine Anerkennung", sagt Albert. Die erfahrene Porzellankünstlerin wollte eine raumgreifende Skulptur, die wie eine Installation anmutet.

183 Bewerber reichen Arbeiten ein

Für 44 000 Euro kann sie diese jetzt im Konrad-Zuse-Haus umsetzen. Sie gießt die Elemente selbst über Monate hinweg. Eine Woche soll die Installation dauern. Im Sommer soll die Stabskulptur als erste Arbeit umgesetzt werden. Auch für das Department Leben, Licht & Materie, das Institut für Informatik und den Neubau des Institutes für Physik sind Kunstprojekte vorgesehen. 376 Bewerbungen von 183 Künstlern sind für die ersten drei Projekte eingegangen. Auch für das Department steht die Gewinnerin des Kunstprojektes schon fest: Yvonne Lee Schultz wird bunte Glasplatten im weißen Treppenhaus anbringen. Sie reflektieren das Licht und werfen farbige Schatten, was den Innenbereich auflockern soll. Ausgewählte Wettbewerbsbeiträge sind bis zum 9. März im Untergeschoss der Universitätsbibliothek in der Albert-Einstein-Straße 6 zu besichtigen.

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