Michael Raelert verteidigt in souveräner Manier 70.3-WM-Titel

'Auf den letzten Metern kamen mir echt die Tränen': Der Rostocker Michael Raelert verteidigte als erster Triathlet den Halbironman-Weltmeistertitel. Archiv
"Auf den letzten Metern kamen mir echt die Tränen": Der Rostocker Michael Raelert verteidigte als erster Triathlet den Halbironman-Weltmeistertitel. Archiv

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14. November 2010, 06:06 Uhr

Clearwater | Teil eins der "Raelertschen Geschichtsschreibung" ist vollendet: Michael Raelert hat als erster Triathlet den Halbironman-Weltmeistertitel verteidigt, wurde erneut 70.3-Champion! Kapitel zwei der Raelert Brothers soll im Oktober 2011 vollendet werden: Da wollen Andreas und Michael als erstes Bruderpaar auf Hawaii beim Ironman gemeinsam auf das Podium.

"Ich kann es noch gar nicht fassen. Auf den letzten Metern kamen mir echt die Tränen, so überwältigt war ich nach dem doch recht anstrengenden Kampf. Ich war wie erwartet der Gejagte und am frühen Morgen doch recht aufgeregt", beschrieb der 30-Jährige vom TC FIKO Rostock seine Gefühle.

Zwar ist der "kleine" Raelert vor jedem Start ein wenig nervös, doch am Sonnabend in Clearwater am Pier 60 besonders: "Zu Beginn 16 Grad Außen- und 17,7 Wassertemperatur waren nicht gerade mein Ding. Ich liebe es einfach ein wenig wärmer."

Mindestens zehn Sportler, besonders die US-Boys Matthew Reed und Timothy ODonnell, den Australier Joe Gambles, den Franzosen Sylvain Sudrie und den Tschechen Filip Ospaly, hatte Michael als stärkste Konkurrenten auf der "Pfanne". Bis auf Gambles drehten sie beim 1,9-km-Schwimmen auf, wollten den Rostocker mit Tempo zermürben und dessen angestrebten Weg in die erste Radgruppe verwehren. Mit Erfolg: Von den Favoriten kamen Ospaly (23:19) und eine Sekunde später ODonnell als Erste aus dem Wasser. Raelert, eigentlich ein guter Schwimmer, hatte bei hohem Wellengang ein wenig die Orientierung verloren und benötigte 24:16 Minuten - Platz 15 mit 57 Sekunden Rückstand.

Gemeinsam mit Joe Gambles machte sich Michael auf die Verfolgung, überholte Fahrer um Fahrer. Den Aus-tralier musste er aber ziehen lassen. Der Rostocker absolvierte die 90 km in der zweitbesten Zeit (2:03:58 h). Gambles war noch 1:34 Minuten schneller unterwegs. Eines hatte der Rostocker aber erreicht: Der Anschluss an Ospaly war hergestellt. Aus dem nun Dreier-Duell schied auf den 21,1 Lauf-Kilometern erwartungsgemäß der Austra-lier bald aus. Es kam das von Michael Erwartete: "Filip ist einer der komplettesten Athleten, hat hinten heraus mit seinen Laufqualitäten noch einen Joker in der Tasche."

Schulter an Schulter lief das Duo, testete sich mit Attacken. Keiner konnte sich aber auf der ersten Runde absetzen. Als "Spielchen" bezeichnete "Micha" das später, machte ab Meile acht aber Ernst, löste sich vom Tschechen.

"Bis zum Schluss lief ich am Limit, weil ich dachte, er kommt noch mal heran", sagte Michael Raelert, der mit 1:09:57 h erneut einen vorzüglichen Halbmarathon lief und noch 1:27 Minuten zwischen sich und Ospaly brachte.

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