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Rostock : Michael Hermann sucht Unterstützer für den Ernstfall

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Katastrophen-Engagement beim Technischen Hilfswerk lockt im In- und Ausland mit modernen Einsatzfahrzeugen

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 09:00 Uhr

Mai 2013: Nach tagelangem Regen steigt der Elbpegel. Zentimeter für Zentimeter tritt das Wasser über die Ufer. Schnell breitet sich die Überschwemmung aus. Ganze Regionen in Sachsen versinken. Weite Teile Nord- und Ostdeutschlands sind ebenfalls betroffen.

Rund 16 000 ehrenamtliche Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) sind damals im Einsatz. Neben dem Bau von Dämmen und Hochwasserwänden zum Abpumpen überfluteter Straßen und Gebäude stehen Deichsprengungen an, damit das Wasser in die Nebenflüsse abfließen kann. Mit dabei: Der Ortsverband des THW Rostock. Michael Hermann, Leiter der Fachgruppe Führung und Kommunikation, war unter ihnen: „Es war eine intensive Zeit, die uns zusammenwachsen ließ. Von überall kamen Helfer. Das war beeindruckend“, sagt er.

Die Aufgaben des THW sind vielfältig. Neben der technischen Gefahrenabwehr gehören Hilfe im Bereich der Infrastruktur sowie bei der Führung, Kommunikation und Logistik in Gefahrensituationen dazu. Wenn in Rostock und Umgebung Not am Mann ist, sind Hermann und seine 90 Kollegen zur Stelle, Tag und Nacht.

Die Ausbildung beim THW unterteilt sich in mehrere Abschnitte. Hermann ging den klassischen Weg. Erst sechs Monate Basisausbildung in der Jugendgruppe und anschließend in den Fachkreis Führung und Kommunikation. Hier hat er seine Aufgabe gefunden. Seit sechs Jahren kommt er gern, trifft Gleichgesinnte und hat das Gefühl, der Gesellschaft zu helfen. „Es wäre schön, weitere Helfer für diesen Bereich zu mobilisieren. Ich habe beim THW viel gelernt und kann mein Interesse für Technik hier anwenden.“ Seine Betätigungsfelder sind breit gefächert: „Fernmelde, Verwaltungsaufgaben oder die Betreuung von IT-Systemen gehören zu meinen Aufgaben“, beschreibt Hermann.

In speziellen Einsatzfahrzeugen besprechen und steuern die Helfer des Führungskreises die Einsatzlage. „Wir bringen Ordnung ins Chaos“, befindet auch Hermanns Kamerad David Laurent: „Das Ehrenamt ist weniger zeitintensiv als man denkt. Ich bin ungefähr zehn Stunden pro Monat hier. Dazu kommen ab und zu Wettbewerbe am Freitag und Sonnabend“, sagt Laurent, der seit sechs Jahren beim THW aktiv ist. Er freue sich bereits auf eine Ölschadensübung in Hoya. „Die Szenarien schulen uns für den Ernstfall“, befinden die beiden Helfer.

Hermann und Laurent schrauben bis dahin an einer Telefon-Anschlussdose für den Feldeinsatz. Diese werde im Krisenfall die Kommunikation erleichtern. Es sei stets von Bedeutung, den Überblick zu behalten. Besonders bei dem Elbhochwasser spielte Struktur im Falle eines Dammbruches eine wichtige Rolle, berichtet Laurent. Der technische Zug und die Fachgruppe Führung und Kommunikation treffen sich immer mittwochs zwischen 16 und 18 Uhr im Asternweg 5. Interessenten sind jederzeit willkommen.

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