Rostock : Methling stoppt Planungen für Biestow

Wo heute noch freie Ackerflächen liegen, sollten eigentlich Tausende neue Wohnhäuser entstehen.
Wo heute noch freie Ackerflächen liegen, sollten eigentlich Tausende neue Wohnhäuser entstehen.

Das Baugebiet an der Nobelstraße scheitert an überteuerten Grundstückspreisen. Das könnte das gesamte Projekt gefährden.

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10. September 2017, 05:00 Uhr

Droht jetzt der ganze neue Stadtteil Groß Biestow zu platzen? Gestern hat Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) die Vorbereitungen für das Auftakt-Wohngebiet an der Nobelstraße gestoppt. Das sei eine Reaktion auf Gespräche mit den Grundstückseigentümern, deren Preisvorstellungen der Rathauschef als völlig überteuert kritisiert. „Wenn im Ergebnis ein Quadratmeterpreis von 350 bis 400 Euro zu erwarten ist, dann ist das nicht zumutbar für bauwillige Familien und entspricht nicht dem durchschnittlichen Einkommens- und Vermögensniveau in Rostock“, erklärt Methling. Trotz zweijähriger Verhandlungen seien sich die Parteien nicht einig geworden. „Die Hansestadt Rostock hatte die Hoffnung, schon 2017 hier attraktive Angebote für Interessenten machen zu können“, so Methling. Das sei nun vom Tisch.

Für das Baugebiet am südöstlichen Rand von Biestow hatte die Bürgerschaft im Februar die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen. Dieser sollte unter anderem Fragen zum Naturschutz klären – das Gebiet dient gefährdeten Arten wie der Knoblauchkröte als Rückzugsraum. Im Flächennutzungsplan ist es bereits als künftiges Wohnviertel gekennzeichnet. Um den ganzen neuen Stadtteil Groß Biestow zu bauen, fehlt hingegen noch die Neufassung des Flächennutzungsplans.

Methling will den großen Bedarf an Rostocker Grundstücken für Ein- und Zweifamilienhäuser nun anders bedienen. Dafür „werden wir uns zunächst auf stadteigene Flächen konzentrieren, um zu vertretbaren Baulandpreisen zu gelangen“, erklärt er. Welche Gebiete das sein könnten, bleibt er zunächst schuldig.

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