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23. November 2017 | 01:18 Uhr

Methling plant den Tunnel light

vom

svz.de von
erstellt am 21.Feb.2012 | 08:02 Uhr

Rostock | Ein Prestigeprojekt seiner zweiten Amtszeit nimmt konkrete Formen an: Am Montag hat Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) den Fraktionen der Bürgerschaft eine neue Variante für die Anbindung des Stadthafens an die Innenstadt vorgestellt. Demnach könnte die L 22 zwischen Badstüber- und Wokrenterstraße abgesenkt und überdacht werden. So entstünde ein etwa 350 Meter breites autofreies Plateau als Flaniermeile zwischen der City und dem Stadthafen Stadthafen - einem von drei möglichen Standorten für ein neues Theater.

Die Variante ist das Ergebnis eines Verkehrsgutachtens des Hannoveraner Planungsbüros SHP, mit dem die Verwaltung einen Ideenwettbewerb für die Fläche zwischen Langer Straße und Warnow vorbereiten will. Insgesamt haben die Planer sieben mögliche Varianten erarbeitet, unter anderem auch den Bau einer Brücke. Diese würde im Gegensatz zur Plateau-Lösung, die mit zehn Millionen Euro veranschlagt wird, nur drei bis fünf Millionen Euro kosten. "Noch ist nichts beschlossen", sagt Methling, dessen Tendenz aber in Richtung Überdachung der L 22 geht. Dennoch solle auch die Brücken-Variante weiter verfolgt werden.

Die Fraktionen reagieren bislang zurückhaltend. "Da stehen erhebliche Kosten im Raum", sagt Steffen Wandschneider, Fraktionsvorsitzender der SPD. Deshalb müsse das ganze Vorhaben sehr kritisch hinterfragt und begleitet werden. Außerdem sei es sinnvoll, den möglichen Brückenschluss für Fußgänger und Radfahrer ans Gehlsdorfer Ufer miteinzubeziehen.

Bürger sollen wie bei der Mittelmole beteiligt werden

Das fordert auch Grünen-Fraktionsvorsitzender Johann-Georg Jaeger. "Eine Brücke würde einen unglaublichen Aufschwung für den Radverkehr von und nach Gehlsdorf bringen", sagt er. Dafür müsse aber die Barriere L 22 überwunden werden. "Da sind wir schon mal froh, dass der lange Tunnel vom Tisch ist", so Jaeger. Er bevorzugt stattdessen neue Ampelübergänge, die in die Grünphasen der Autofahrer integriert werden sollen. Prof. Dieter Neßelmann, Fraktionschef der CDU, hält das für nicht machbar. Seiner Auffassung nach würden neue Ampeln den Verkehrsfluss stören. "Ich denke, dass die Anbindung grundsätzlich nur über Fußgängerbrücken zu lösen ist", sagt Neßelmann. Auch die Plateau-Variante sei zu teuer: "Eine Untertunnelung ist ein Kostenpunkt, den die Stadt nicht bewältigen kann." Außerdem löse diese Variante die vorhandenen Probleme - zu hohe Emissionen und den Zugang zum Stadthafen - nur bedingt.

"Die Debatte gehört in die Ausschüsse und Ortsbeiräte", sagt Linke-Fraktionschefin Eva-Maria Kröger. Mit den derzeit zur Verfügung stehenden Informationen sei sie nicht in der Lage, einer Variante den Vorzug zu geben. "Das Verkehrsplanungsbüro als externe Firma hat lediglich eine Empfehlung ausgesprochen", sagt sie. Generell sei es vernünftig, sich über die Querung der L 22 Gedanken zu machen. Denn: "Der Stadthafen muss entwickelt werden." Für verfrüht hält Anette Niemeyer von der Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09 das Verkehrsgutachten. "Damit wird das Pferd von hinten aufgezäumt", sagt sie. Zunächst sei es wichtig zu wissen, was eigentlich im Hafen entstehen soll, bevor dann die Anbindung zu klären sei. Daher wolle sie erst den städtebaulichen Wettbewerb abwarten, den die Bürgerschaft im Mai vergangenen Jahres beschlossen hatte.

"Es ärgert mich, dass die Verwaltung jetzt schon das Plateau als Vorzugsvariante nennt", sagt Niemeyer. Zumal das Verkehrsgutachten nicht von der Bürgerschaft in Auftrag gegeben worden sei, sondern eigenständig vom Rathaus initiiert wurde. Sie fordert nun von der Verwaltung, Modelle zu entwerfen, die die möglichen Auswirkungen der Varianten aufzeigen. Außerdem müssten die Bürger rechtzeitig beteiligt werden. Das will auch der Oberbürgermeister: Der Wettbewerb für den Stadthafen soll ähnlich wie der Wettbewerb für die Mittelmole diskutiert werden.

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