Jubiläum in Rostock : Methling ist zehn Jahre im Amt

Roland Methling wurde 1954 in Tessin bei Rostock geboren. Er ist seit 1977 verheiratet mit Annegret Methling. Er hat drei erwachsene Kinder: Torsten (25), Annika (32) und Steffen (33).
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Roland Methling wurde 1954 in Tessin bei Rostock geboren. Er ist seit 1977 verheiratet mit Annegret Methling. Er hat drei erwachsene Kinder: Torsten (25), Annika (32) und Steffen (33).

Oberbürgermeister zieht eine positive Bilanz.

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30. März 2015, 10:00 Uhr

Auch nach zehn Jahren sprudeln die Haushaltszahlen des Jahres 2005 aus Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) heraus. Rund 400 Millionen Euro betrug der Schuldenberg, dazu kamen 1,2 Milliarden Euro der Wohnungsgesellschaft Wiro. „Wir hatten abgewirtschaftet und waren landesweit abgeschrieben – griechische Verhältnisse gibt es nicht nur am Mittelmeer“, sagt Methling.

Anfang April feiert er sein zehnjähriges Dienstjubiläum. „Mir war bewusst, dass es nicht einfach wird“, sagt der 61-Jährige, der vor seiner Wahl das Treffen der Traditionssegler Hanse Sail geleitet hatte. Vor allem in den ersten Jahren erarbeitete er sich den Ruf, kompromisslos für seine Sache zu kämpfen. Mancher Gegner zog dabei den Kürzeren, unterschätzen durfte man ihn nie.

Der Kommunalpolitiker ist einer der ganz wenigen parteilosen Bürgermeister einer deutschen Großstadt. „Aber wir sind alle den gleichen Sachzwängen ausgesetzt“, sagt er. Viele Kollegen klopften ihm auf die Schulter und sagten, er habe es gut, ohne Parteiräson agieren zu können. „Selbst unter Oberbürgermeistern nimmt die Parteiverdrossenheit zu“, kommentiert der OB trocken. Mit Silvio Witt in Neubrandenburg wird bald der zweite Parteilose in einer großen Stadt in MV Bürgermeister. „Auch dort hat die Parteienstruktur versagt“, sagt Methling.

Es gebe zwar alters- und amtsbedingte Abnutzungserscheinungen, gesteht er. Doch die persönliche Bilanz falle positiv aus. Der Schuldenberg der Stadt sei auf 270 Millionen Euro verringert worden, auch das Verhältnis zur Landesregierung habe sich spürbar verbessert. Eine Einschätzung, die Innenminister Lorenz Caffier (CDU) als Chef der Rechtsaufsicht teilt. „Wir mussten uns erst zurechtraufen“, sagt er. „Ich schätze an ihm, dass er sich bei der Haushaltskonsolidierung Ziele gesetzt hat und sie konsequent verfolgt.“ Damit mache man sich nicht nur Freunde, betont Caffier. Methling sei oft in der misslichen Lage, dass die Bürgerschaft genau das Gegenteil macht von dem, was er will – und umgekehrt. Regelmäßig müsse er Rechtsaufsichtsbeschwerden auch über belanglose Dinge aus Rostock bearbeiten. „Da kann ich fast eine eigene Rechtsabteilung aufmachen“, sagt Caffier.

„Das Verhältnis zwischen OB und Bürgerschaft ist heute entspannter“, sagt die Chefin der Linksfraktion in Rostock, Eva-Maria Kröger. Methling gebe sich nun mehr Mühe, die Bürgerschaft früher in seine Ideen einzubeziehen. „Er hat eine bestimmte Vorstellung, wie Rostock aussehen soll.“ Aber die boxe er rigoros durch. Es sei aber sein großes Plus, dass er das Amt immer selbstlos betreibe. Methling ist überzeugt, dass der Schuldenabbau nur wenig spürbar war und ist – außer beim Volkstheater. Damit legt er den Finger in die aktuell klaffende Wunde. Seit Monaten tobt der Streit um das Theater zwischen Schwerin und Rostock, zwischen OB und Bürgerschaft. Nun droht sogar Intendant Sewan Latchinian zu kippen, nachdem er sich bei einem Vergleich der Theaterpolitik im Nordosten mit den Zerstörungen von Kulturgut durch die Terrormiliz Islamischer Staat vergaloppiert hat.

Doch der Streit um die Schulden und die Stadtstrukturen sei heilsam gewesen, findet Methling. Die alten Klüngel seien verschwunden. „Die Parallelentscheidungen in kommunalen Unternehmen sind weitgehend aufgehoben.“ Das in der Stadtpolitik häufig umstrittene Engagement Methlings wird von vielen Einwohnern anerkannt. Zweimal gewann er die Wahlen im ersten Anlauf, zuletzt 2012 mit 53,8 Prozent. „Wenn man zehn Jahre in diesem Amt ist, kann man nicht vollkommen erfolglos sein“, kommentiert Caffier. „Und es gibt anstrengendere Bürgermeister als Methling.“

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