Gewalt unter Jugendlichen : Messerattacke am KTC in Rostock

Auch auf dem Doberaner Platz in Rostock ist es bereits zu Gewaltauseinandersetzungen unter Jugendlichen gekommen.

Auch auf dem Doberaner Platz in Rostock ist es bereits zu gewaltvollen Auseinandersetzungen unter Jugendlichen gekommen.

Zwei neue Fälle in der Gewaltserie. Spezielle Ermittlungsgruppe im Einsatz

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07. März 2018, 20:45 Uhr

Am Kröpeliner-Tor-Center (KTC) und in den Wallanlagen sind erneut Jugendliche aufeinander losgegangen. Am frühen Dienstagabend kam es zu einer Messerstecherei und einer Schlägerei mit mehreren Verletzten. Die Polizei ermittelt mit ihrer extra für dieses Areal gegründeten Gruppe. „Wir haben verstärkt ein Auge auf den ganzen Bereich, die Innenstadt und die Wallanlagen“, so Polizeisprecherin Dörte Lembke.

Nach bisherigen Erkenntnissen trafen gegen 17.30 Uhr zwei 19- und 20-Jährige beim Verlassen der Passage auf drei männliche Täter. Ein Gespräch eskalierte aus unbekannten Gründen. Einer aus dem Trio zog ein Messer und griff die beiden an. Ein weiterer setzte Pfefferspray gegen sie ein. Die Attackierten wehrten die Angriffe ab und flüchteten – der 19-Jährige allerdings mit einer Schnittverletzung an der Hand und wie sein 20-jähriger Begleiter mit vom Spray gereizten Augen.

Kurz danach der nächste Vorfall: Gegen 18.40 Uhr liefern sich vier 20- bis 26-Jährige eine Schlägerei. Nach eigenen Angaben gerieten die Männer syrischer und iranischer Herkunft zunächst in einen verbalen Schlagabtausch. Plötzlich eskalierte aber auch dieser. Sie gingen aufeinander los. Einer der Männer schlug mit einem Schlagstock auf die Opfer ein. Eines von ihnen drehte den Spieß aber um: Er konnte den Stock ergreifen und verwendete ihn gegen die Angreifer. Alle vier Beteiligten erlitten Platzwunden, Hämatome und Prellungen. Alarmierte Beamte trafen vor Ort neben den Beteiligten auch auf Zeugen.

Nun ermittelt die Kriminalpolizei in beiden Fällen. „Gegenwärtig bestehen keine Erkenntnisse, dass beide Tathandlungen zusammenhängen könnten“, kommentiert Torsten Sprotte, Erster Polizeihauptkommissar. Bereits seit Anfang des vergangenen Jahres hat der Leiter der Polizeiinspektion Rostock, Michael Ebert, eine spezielle Ermittlungsgruppe gegründet, um den jugendlichen Tätern in dem Areal auf die Spur zu kommen. Dort hatte sich nach größeren Schlägereien ein Schwerpunkt herausgebildet: Immer wieder waren Jugendliche aufeinander losgegangen.

Als bunte, heterogene Gruppe von 20 bis 30 Jugendlichen, hatte Cathleen Kiefert-Demuth (SPD), die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, sie zwischenzeitig charakterisiert. Zum Teil befänden sich Geflüchtete unter ihnen. Der Ausschuss wollte sich mit Städten wie Bremen, Düsseldorf und Köln austauschen, die ähnliche Probleme hatten. Ebert hatte der Stadt empfohlen, Streetworker einzusetzen. Bislang ist das laut Stadtsprecher nicht passiert.

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