millionendeal : Messehalle: Verkauf soll Rostock retten

Die Veräußerung soll zehn Millionen Euro netto in die Stadtkasse spülen.
Die Veräußerung soll zehn Millionen Euro netto in die Stadtkasse spülen.

Geschäft zwischen zwei Tochterunternehmen soll zehn Millionen Euro einbringen

23-43440852_23-66110651_1416397464.JPG von
21. August 2015, 08:00 Uhr

Die Hansestadt wirft den finanziellen Rettungsanker: Um die strikten Auflagen der Landesregierung zum Schuldenabbau zu erfüllen, soll die Messehalle in Schmarl für 17 Millionen Euro den Besitzer wechseln. Derzeit gehört sie dem städtischen Immobilienverwalter, dem Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE). Dieser verpachtet sie für eine Million Euro im Jahr an die Messe- und Stadthallengesellschaft, die dem KOE das Gebäude mit Wirkung zum kommenden Jahr abkaufen soll. Real lagert Rostock mit dem Geschäft zwischen seinen beiden Tochterunternehmen einen Teil seiner Schulden aus.

„Wir werden das nur machen, wenn damit keine Nachteile für die Messe- und Stadthallengesellschaft verbunden sind“, sagt Finanzsenator Chris Müller (SPD). Dazu würden aktuell Gespräche mit der Geschäftsführung geführt. Und so soll der Deal ablaufen: Mit der eingesparten Pacht löst die Messe- und Stadthallengesellschaft den Kaufkredit ab. Der KOE tilgt vom Erlös die Restschuld für die Messehalle in Höhe von zwei Millionen Euro. Außerdem zahlt er fünf Millionen Euro Fördermittel zurück, die zweckgebunden vergeben worden waren. Die übrigen zehn Millionen Euro aus dem Erlös schüttet er als Gewinn an die Hansestadt aus.

„Wir haben sehr genau geprüft, ob diese Summe zu erzielen ist“, sagt Müller. Das Geld bildet den wichtigsten Baustein im Bemühen der Verwaltung, ihre Einnahmen zu erhöhen. Insgesamt will sie 2016 mindestens 15,5 Millionen Euro Altschulden abbauen. So sieht es der Entwurf einer Konsolidierungsvereinbarung mit dem Innenministerium vor. Demnach sollen die derzeit 164 Millionen Euro Schulden bis 2018 um mindestens 40 Millionen Euro reduziert werden. Ziel bis 2025 ist die schwarze Null.

Minister Lorenz Caffier (CDU) muss der Vereinbarung allerdings noch zustimmen. Er beharrt darauf, dass Rostock im Schnitt jährlich zehn Millionen Euro Schulden abbaut. Im Gegenzug würde die Hansestadt bis 2020 insgesamt 16,6 Millionen Euro aus dem Kommunalen Haushaltskonsolidierungsfonds des Landes erhalten. „Da ist wirklich null Verhandlungsspielraum“, sagt Müller. Allerdings sei es der Hansestadt überlassen, wie sie auf die zehn Millionen kommt. Verkäufe wie der der Messehalle seien durchaus erlaubt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen