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22. November 2017 | 04:59 Uhr

Mensa-Koch dringend gesucht

vom

svz.de von
erstellt am 29.Feb.2012 | 08:25 Uhr

Rostock | Tausende Studenten drängen jeden Mittag in die Mensen der Uni. Beinahe im Sekundentakt gehen dort für Preise ab zwei Euro die essen über die Theke. Was die hungrigen Studenten nicht wissen: Hinter dem Tresen herrschen handfeste Nachwuchssorgen. Schon das zweite Jahr in Folge sucht das Studentenwerk für seine Mensen Auszubildende zum Systemgastronomen. Zwar habe es einige Bewerber gegeben, aber die erfüllten nicht die hohen Ansprüche des Berufsbildes.

Geregelte Arbeitszeiten und öffentlicher Tarif

"Es mangelt einfach stark an Nachwuchs", sagt Küchenleiter Martin Beier - allerdings sei das Tagesgeschäft nicht gefährdet. Das Gastronomiegewerbe habe aufgrund ungünstiger Arbeitszeiten und schlechter Bezahlung mit einem negativen Image zu kämpfen. Dabei seien die Bedingungen beim Studentenwerk durchaus gut: Die Angestellten haben feste Arbeitszeiten, arbeiten weder abends noch am Wochenende. Dazu kommt, dass sie nach den Tarifen des öffentlichen Dienstes bezahlt werden und so über ein sicheres Einkommen verfügen.

Dieses Jahr startet das Studentenwerk eine neuen Versuch, Azubis zu finden. Zwei Jobs sind frei - und am Sonnabend können sich interessierte junge Leute von 10 bis 14 Uhr bei einem Tag der offenen Tür informieren. "Auch ein Praktikum wäre möglich, um sich über die Berufswahl klar zu werden", sagt Küchenchef Beier.

Dass Köche in der Systemgastronomie keineswegs nur Maschinen bedienen und Bouletten wenden, beweise das Anforderungsprofil, so Beier. Vielmehr sei die Ausbildung aber umfangreicher als eine reine Kochausbildung. Nicht nur ein großes Verständnis über Nahrungsmittel, auch Verkäuferfähigkeiten seien gefragt, denn das Essen werde in der Mensa den Gästen direkt dargeboten und daher komme auch sofort Kritik. Das mache den Beruf einzigartig und gebe die Möglichkeit, sich sofort auf die Wünsche der Gäste einzustellen. Zuletzt ist aber auch ein hohes technisches Know-How nötig, denn die eingesetzten Maschinen sind hochkomplex. Die so genannten Konvektomaten garten beinah jedes Essen zeitgleich und könnten dabei auf mehr als 1000 eingespeicherte Rezepte zurückgreifen. Neue Rezepte können gar aus dem Internet heruntergeladen werden. Jede dieser Anlagen habe den Preis eines Kleinwagens, so Beier.Durch die komplexen Aufgaben ist auch das Anforderungsprofil an die kommenden Auszubildenen verhältnismäßig hoch: Gute Fähigkeiten in der deutschen Sprache und Mathematik, ein guter Realschulabschluss oder gar ein Abitur werden verlangt. Darüber hinaus sollten die Bewerber ein Interesse am Kochen und die Freude an der Arbeit im Team mitbringen. Denn das ist es, was es braucht: Die Lehrlinge werden darauf ausgebildet, langfristig auch die Leitung übernehmen zu können.

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